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# 104 | 25.02.2010 13:37:38 | eva hosemann schrieb:
lieber joe,
schön war es, dass du wieder bei uns zu gast warst und die bude mit all deinen freunden und freundinnen, diesen wunderbaren künstlern, gerockt hast!
danke dir!
eva, theater rampe
Joe:Keine Ursache. Dank zurück, wir wurden bestens betreut - und geben alles für Österreich!

# 103 | 25.02.2010 10:41:46 | Hans-Ulrich Wagner schrieb:
Gestern habe ich meine Freundin, die aus München stammt und lange in Wien gewohnt hat, auf einen österreichischen (?) Abend im Theater Rampe ausgeführt. Ich wollte ihr zeigen, daß auch Stuttgart etwas zu bieten hat, etwas typisches und großartiges.
Der Saal war trotz der Befürchtungen des Initiators gut gefüllt. Ein immens gut aussehender, redegewandter und blonder Hüne im perfekt sitzenden Teilsmoking begrüßte uns und kündigte den ersten Act an: Stefan Hiss und sein Trio „Los Santos“ – die Stuttgarter Antwort auf das Schweizer Elektropopduo „Yello“. Ein unprätentiöser Barde mit großem Hut und Schifferklavier, ein raffinierter Soundtüftler nebst seltsamem Saiteninstrument und minimaler Mimik, verstärkt durch eine Art Thelonious Monk am Schlagzeug (auch dessen Vorliebe für Mützen teilend). „Delia´s Gone“ von Johnny Cash (der auch das Vorprogramm gestalten durfte), gefolgt von hawaiianischer Volksmusik.
Stuttgart wieder in den Fokus rückend, besprach der Initiator einige Details zur Landespolitik. Ein Resümee der gerade vergangenen Epoche - nicht ohne deutliche Worte zur Herkunft und zum Stil des nach Belgien verjagten ehemaligen Anführers. Dabei wurde noch einmal betont, daß es sich bei Herrn Oettinger um den Inhaber einer geistigen Industriebrache handelt – ein Umstand, der bekannt, aber nur selten in eine so vollendete Form gegossen worden ist. Dass wohl nichts besseres nachkommt, verdeutlichte der Vortragende sowohl durch die Nennung des Ortsnamens Mühlacker, als auch durch die Erwähnung des Preisboxers René „Escobar“ Weller, der im benachbarten Pforzheim nicht nur sportlich gewirkt hat.
Der blonde Hüne führte mit allerlei lustigem Cabaret weiter durchs Programm: Die vom Initiator dargelegte Geschichte des Mineralbads Berg, die dort herumschwimmenden Badekappen und Senioren, Hühner im Hoons und der Zusammenhang mit den Verkaufszahlen des Smart, arktische Kälte in Heslach, Fußball, aber auch treffende lokalpolitische Analysen: MISTER STUTTGART 21, Wolfgang Drexler, wurde derart aufs Korn genommen, daß sich, wäre ihm die Rede zu Ohren gekommen, sein lustiges Bärtle gekräuselt hätte. Eine - noch banalere, aber deshalb nicht weniger unerfreuliche - Frau Eisenberg (o.s.ä.) wurde erwähnt, weil sie es trotz reichlich vorhandener Ignoranz nicht geschafft hat, die Ausstellung der aus Stuttgart gebürtigen Fotografin Gerda Taro im Kunstmuseum zu verhindern. Auch die bauliche Gelungenheit des Österreichischen Platzes, das Hairdo Ute Vogts, die Gerüche auf dem Markt und anderes Lokalkolorit kamen noch zur Sprache.
Zwischen den Wortkunstwerken kam außer „Los Santos“ immer wieder eine zauberhafte Frau aus Detroit auf die Bühne und sang sehr schön zur Gitarre. Man konnte die Augen schließen und einige Minuten lang Abstand zum Elend der Welt gewinnen. Wozu Whitney Houston in der Schleyerhalle, wenn man doch ohne den dort üblichen Woodstock-Klang und das Gedränge so etwas feines im kleinen Rahmen geboten bekommt? Gut gelaunt, erbaut und geläutert verließen wir das Theater und fanden beide, daß es ein überaus gelungener Abend gewesen war.

# 102 | 25.02.2010 09:56:01 | Silvie Brucklacher schrieb:
@Flaneursalon, 24. 2. Rampe

Lieber Joe Bauer,
das war ein köstlicher Abend.
Ich finde, Sie sind live genau da angekommen, wo Sie schreibend brillieren. Das Zusammenspiel mit Ihrem Team ist interessant zu beobachten. Klasse. Buch gekauft - heimgefahren - und noch oft geschmunzelt über uns Stuttgarter.
Lieben Gruß
Silvie Brucklacher

# 101 | 24.02.2010 11:53:32 | Bernhard schrieb:
Schöne Geschichte in der isländischen Tageszeitung Morgunbladid:
Der höchste Stammesführer der heidnischen Glaubensgemeinschaft Ásatrúarfélagid, Hilmar Örn Hilmarsson, ist sich sicher – der kälteste Winter seit Unzeiten in Europa, der Niedergang der holländischen Regierung und der britische Premier Gordon Brown, der immer mehr zur Witzfigur mutiert – das alles sind keine Zufälle. Nach dem Kollaps der isländischen Finanzwelt, im Dezember 2008, veranstalteten die isländischen Heiden eine Zeremonie, die alle isländischen Feinde mit einem Fluch belegte. Insbesondere die Niederländer und die Briten, die nach dem Untergang der Icesave-Bank unanständig hohe Milliardensummen von den Isländern zurückfordern. Mithilfe der nordischen Götter und der Kraft des Stiers, des Drachens, des Riesens und des Adlers sollte der Fluch gelingen.

Es hat einige Zeit gedauert, doch nun haben die Feinde Islands den Fluch zu spüren bekommen. Die Briten reden seit Monaten vom „isländischen Winter“ und Hilmarsson frohlockt, dass sie nun wüssten, wie sich die Not dort oben im Norden anfühle. Auf die Frage, warum der Zauber solange auf sich warten ließ, hat er eine logische Erklärung parat. Jeder Fluch müsse bis zum Ziel die Ufer eines Sees umrunden, und das sei in diesem Fall nun mal der riesige Atlantik.

# 100 | 24.02.2010 09:15:21 | Franz Tunda schrieb:
Lieber Joe Bauer,
am 3. März kommt Frank Schätzing in die Liederhalle, Hegel-Saal. Kannst du ihm von mir bitte eine reindrücken, wäre eine Aktion fürs Ehrenkreuz der 10 Aufrechten.

Dank & Gruß

Tunda
Joe:Wie was reindrücken? Ein Tauchergummimesser oder so?

# 99 | 23.02.2010 16:58:20 | Roland Baisch schrieb:
Lieber Joe, leider habe ich morgen einen Auftritt in Augsburg, sonst würde ich gerne in den Flaneursalon kommen, aber ich werde in der Fuggerstadt an Euch denken.
Joe:...und womöglich tritt Augsburg demnächst als Zuschauergift in der 1. Liga auf.

# 98 | 23.02.2010 14:17:31 | Bernhard schrieb:
Maßloses Leben

Es regnete und der Wind pfiff durch die Königstraße – im letzten November beschloss ich spontan, mein mit der Zeit etwas kahl gewordenes Haupt ein bisschen besser zu behüten. Die freundliche Dame bei „Hut Hanne“ fragte mich zunächst nach meiner Hutgröße. Ich hatte natürlich schon davon gehört, aber... Keine Ahnung, antwortete ich, und fragte sie, ob das Wissen um Hutgrößen nicht schon vor Jahrzehnten längst verloren gegangen sei.... Ja meinte sie, das sei wohl leider so. Zunächst vermaßt, dann sehr gut geraten und bedient verließ ich wohlbehütet oder, besser gesagt, gut bemützt den Laden. Auf dem Heimweg murmelte ich ständig die Zahl 60. Ich hatte beschlossen, zukünftig meine Hutgröße auf Anhieb parat zu haben. Es macht Sinn, seine Maße zu kennen, dachte ich bei mir. Mit der Schuhgröße hatte ich nie ein Problem, doch die Anzug- und Hemdengröße musste ich erst einmal nachschauen. Das wäre meinem Vater nicht passiert, dachte ich und erinnerte mich an etwas, was mein Vater einmal zu mir sagte. „Es ist keine Frage des Alters. Erwachsen ist ein Mann erst dann, wenn er die Kunst beherrscht, eine Krawatte zu binden und wenn er obendrein in der Lage ist, einen Sonntagsanzug samt Hut mit Würde geradeaus zu tragen. Das ist das Maß aller Dinge.“ So antwortete einst mein Vater auf die Frage, ab wann man denn eigentlich genau erwachsen sei.
Das mit der Krawatte.... geschenkt. Doch das mit dem Maß aller Dinge und einen Anzug samt Hut mit Würde geradeaus zu tragen – das klingt nach tiefer Wahrheit. Dazu braucht der Mensch in der Tat eine gewisse Reife und natürlich muss er dazu seine Maße kennen. Ein schlecht sitzender Anzug signalisiert gewissermassen Maßlosigkeit. Unreif und nicht perfekt. Das harmonisch ausgewogene, natürliche und den ureigenen Maßen des Menschen Angepasste fehlt. Eine Abweichung vom Goldenen Schnitt innerlich und äußerlich. Und dass ein zu großer oder ein zu kleiner Hut jeden wie einen Trottel aussehen lassen, das ist eine Tatsache und übrigens das Geheimnis grandioser Clowns und Komiker.
So gesehen wird heute kaum noch jemand erwachsen. Die OSFA-Generation (one size fits all) hat sich an Maßlosigkeit und Mittelmaß gewöhnt.
Ich denke nun ernsthaft über die Anschaffung eines Maßanzuges nach. Irgendwann muss ich ja schließlich erwachsen werden.
Joe:Zurück zur Werbung. Bei Hut-Hanne hab ich meine Stetson-Mütze geholt, aber auch Hut-Lenz in der Kronprinzstraße ist sehr zu empfehlen. Für Maßanzüge käme diskret die eine oder andere Kostümschneiderin in Frage.

# 97 | 23.02.2010 10:24:02 | Hans-Ulrich Wagner schrieb:
Lieber Wolfgang,

hoffentlich bist du nicht im Urlaub, denn ich habe Dich telefonisch nicht erreicht und ein Anrufbeantworter war auch nicht an. Ich hoffe, es geht Dir gut und Du hast keine Krankheiten. Ich war zwei Tage erkältet, habe dann meinem Freund A. ein größeres Bücheregal lackiert (Lösungsmittel!) und in der Folge erfahren, wie schön es sein kann, wenn man richtig in den Seilen hängt. Als es mir nach zwei Tagen wieder besser ging, haben wir A.s Sperrmüll auf den Wertstoffhof in Hedelfingen gebracht. Dort wurden wir gezwungen, den Beweis anzutreten, daß in den Müllsäcken der Sektion "Alteisen/Blechkrempel" auch wirklich Alteisen/Blechkrempel verstaut war (das Gleiche bei den Müllsäcken der Sektionen "alte Terracottablumentöpfe", "Plastik", "Holz": Alles auspacken, präsentieren und hernach in die passenden Container tragen). Nicht zu vergessen die Kisten mit allem möglichen anderen Dreck! Es hatte minus 8 Grad, denn wir waren früh dran und mir war sehr kalt. Danach ging es mir wieder richtig scheiße.
Nach der Methode Minus mal Minus gibt Plus habe ich dann ungefähr 40 Glühbirnen mit Tauchlack gefärbt (Lösungsmittel!), um meinen Verpflichtungen hinsichtlich der Bestückung bereits gebauter und verkaufter Kunstlampen (so ähnlich wie Dan Flavin, aber eben mit Glühbirnen) nachzukommen. Meine Bronchien hatten ein 10-Jahres-Tief, ähnlich wie die japanischen Telefonaktien (Hikari Tsushin) kurz nach ihrem durch mich getätigten Erwerb irgendwann zu Beginn des Jahrzehnts, als uns allen schmerzhaft klar wurde, dass man nicht einfach irgendeinen Blödsinn kaufen kann und 10 tage später als reicher Rentier im Schlossgartenrestaurant Hummerconsomme schlürfen kann (wie ein Politiker, der als Dank für seine schwere und verantwortungsvolle Arbeit hin und wieder von Bauunternehmers zum Essen ausgeführt wird). Ein Bild "Schneewittchen 4" (Lösungsmittel!) habe ich auch noch gemalt (so ähnlich wie Max Ernst, aber moderner).
Seit gestern Morgen kommen komische Schleimbrocken aus meinem Inneren und es macht immer so komisch „Knack“ und „Pöt“ beim Husten. Deshalb konnte ich um 18.00 auch nicht zum Bahnhof kommen, um nachzuschauen, wie es den anderen Bedenkenträgern geht.
Wahrscheinlich nützt das Bedenkentragen ja sowieso nix und es muss erst ein Meteorit in die SPD-Zentrale einschlagen, um den Unfug aufzuhalten. Viele Grüße und weiter viel Spaß – H.-U.

# 96 | 23.02.2010 07:40:39 | Thorsten Sippel schrieb:
Guten Tag, bin über die Taro-Veranstaltung im Literaturhaus auf diese Seite gestoßen. Den Abend fand ich sehr lebendig, ideale Mischung aus Information und Unterhaltung. Da ich nicht in Stuttgart wohne und die StN nicht lese, waren mir Joe Bauer und sein Flaneursalon unbekannt. Auch den großartigen Sänger Stefan Hiss habe ich nicht gekannt. Jetzt werde ich doch öfter mal auf diese Seite schauen und gucken, was in Stuttgart so los ist.

# 95 | 20.02.2010 11:35:24 | rebstock schrieb:
Ausverkauftes Literaturhaus am Donnerstag. Joris Ivens "Eisenstein-Film" über die Verteidigung der Republik schafft die Voraussetzung für einen lebendigen Geschichtsabend. Hiss singt über die "noblen Generale", die mit Franco das eigene Land überfallen, und Irme Schaber erzählt packend aus dem Leben Gerta Taros. Joe Bauer bleibt es überlassen, immer wieder Salz in die offene Wunde "Erinnerungskultur in Stuttgart" zu streuen. Fazit: Es gab (und gibt) unzählige Menschen in Stuttgart, über die solche Abende zu veranstalten wären. Alle wären ausverkauft. Also: weitermachen.

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