Bauers Depeschen


Mittwoch, 30. Dezember 2020, 2247. Depesche


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LIEBE GÄSTE,

zunächst hier wieder der Hinweis auf meine Kolumne, die alle 14 Tage in der Kontext:Wochenzeitung erscheint und oft auch in der Samstagsausgabe der Berliner Taz zu lesen ist. Diesmal mit meinem Jahresrückblick, der mit einem Jahresrückblick nichts zu tun hat. Ich stelle den aktuellen Text von diesem Mittwoch nicht auf diese Seite, weil sich ein Online-Magazin wie Kontext über Klicks freut. Also: bitte anklicken und den weltweiten Massenerfolg fördern! Hier der Link zum Text: DER ORKAN



DANN MACHE ich kurz als Dialog-Partner bei dieser Stream-Show des Theaterhauses mit, die an Silvester kostenlos ab 20.15 Uhr auf dem YouTube-Kanal des Theaterhauses präsentiert wird:

ERIC GAUTHIER + FRIENDS - Welcome the New Year

Als ich zur Aufzeichnung dieser Aktion im Theaterhaus zum Corona-Test musste, erlebte ich Folgendes:

Der Sanitäter steckte mir ordnungsgemäß ein Wattestäbchen ins Nasenloch – zack, war‘s wieder draußen. Ich sagte: „War’s das?“ Er: „Das war’s.“ Ich: „Hab schon Schlimmeres erlebt.“ Er: „Ich weiß, Sex.“



WIR TRAUERN UM DIE CORONA-TOTEN

Das erste Pandemie-Jahr geht zu Ende, und zu Ende ist damit überhaupt nichts. Auf Plätzen etlicher deutscher Städte werden zurzeit immer sonntags ab 16 Uhr Kerzen aufgestellt für die Aktion „Wir trauern um die Corona-Toten“. Gestartet wurde das Ganze in Berlin, einer der Mitinitiatoren, der Schriftsteller und Satiriker Christian Y. Schmidt, hat mich unlängst gebeten, die Aktion doch auch in Stuttgart anzuleiern. Sein Wunsch war mir Befehl.

An diesem Sonntag werden auf dem Schillerplatz zum dritten Mal brennende Kerzen mit dem Hinweis auf die Corona-Opfer zu sehen sein. Es geht um ein Zeichen gegen die Abstumpfung: Menschen, die in der Krise sterben, sind nicht bloß Statistik. Fast überflüssig zu sagen, dass selbst gegen diese stille Geste ohne jeglichen Demo-Charakter Corona-Verharmloser und -Leugner aus der „Querdenker“-Ecke hetzen. Sei`s drum.



2020

Es ist unglaublich, wie schnell nach meinem Empfinden dieses Jahr verging. Aber eine Krise ist ja nicht dazu da, sich zu verstecken. Immer wieder gab es politische Aktionen, auch um den völkisch angereicherten „Querdenken 711“-Trupps etwas entgegenzusetzen. Die Versuche, linke Krisenbündnisse zu bilden, waren zwar nicht besonders erfolgreich. Dennoch: Solidarische Kundgebungen/Demos für die Betroffenen der Krise - die ohnehin Benachteiligten - fanden auch in Stuttgart statt, bei einigen habe ich mitgemacht. Als Redner auf diesen Veranstaltungen konnte ich immer auch auf die Arbeit unserer im März gestarteten Künstler*innensoforthilfe Stuttgart hinweisen. Diese Mini-Initiative zur Unterstützung der Kulturarbeit hat bis jetzt fast 700.000 Euro Spenden gesammelt und reichlich davon verteilt.

Als wir anfingen, dachten wir nicht, jemals über 50.000 Euro hinauszukommen. Jetzt können wir mit einem guten Polster sogar Starthilfen für 2021 geben. Vielleicht gelingt es uns ja auch, den politischen Gedanken der Solidarität wenigstens auf kleinem Radius zu verbreiten.

Vor Weihnachten hat uns übrigens auch Ministerpräsident Kretschmann eine Spende überwiesen und sich in einem Brief an mich für unser Engagement bedankt. Eine achtbare Geste (im Nicht-grünen-Bereich).

Überhaupt erhielten wir große Unterstützung, von Kulturinstitutionen wie der Staatsoper oder der Konzertdirektion Erwin Russ, von Firmen wie Bosch oder dem Siedlungswerk Stuttgart (das uns mit 35.000 Euro die bisher höchste Spende zukommen ließ). In der Weihnachtszeit erlebten wir fast so etwas wie eine Spendenschwemme. Dafür aufrichtigen Dank.

Hier der Link zu unserer Webseite: KÜNSTLER*INNENSOFORTHILFE



Ich selbst kann mich über 2020 nicht beklagen. Nicht nur, weil ich Rentner bin. Trotz der Krise konnte ich in diesem Jahr mit großartigen Bühnenleuten fünf Flaneursalon-Shows durchziehen, alle liefen optimal. Zunächst fand im März, kurz vor dem ersten Shutdown, ein Abend im Stadtarchiv statt, im Sommer waren wir gleich zweimal im sehr stilvoll gestalteten Theaterhaus-Hof am Start, dann am Neckarufer auf dem Weingut Zaißerei beim schönen Festival Poesi & Öchsle – und im Oktober im großen Theaterhaus-Saal T1 unter Corona-Bedingungen. Alles wichtige Erfahrungen.

Absagen musste ich den Flaneursalon am Fluss im Neckarhafen und – gleich zweimal – Die Nacht der Lieder im Theaterhaus. Wir hatten noch versucht, die beiden Benefiz-Abende in diesem Dezember unter Corona-Bedingungen neu anzusetzen, aber dann ging nichts mehr. Verglichen mit den existenziellen Problemen in der Kulturszene - und anderswo - sind solche Ausfälle kaum erwähnenswert.

Das neue Jahr könnte für viele bei uns härter werden als 2020. Das heißt: Es gibt weiterhin etwas zu tun.

Allen, die unsere Sache (und unsereinen) mit Sympathie begleiten, die helfen und da sind, sage ich ganz herzlichen Dank.

Keine Ahnung, in welchen Schacht der „Rutsch“ diesmal führen wird. Rutsch never sleeps.

Ach ja, das unterirdische Jahrhundertjahr „Stuttgart Einundzwanzig“ beginnt, das „neue Herz Europas“ schlägt schon fiebrig, wir feiern den „Fortschritt“ und die „Zukunft“. Die „21“ in Stuttgart steht für Größenwahn und Profitgier, für Neoliberalismus und Stümperhaftigkeit.

Das macht nichts. Machen wir unser Ding.

Alles Beste wünscht Euch

joe

Haltet durch!













 

Joe Bauer: Im Staub von Stuttgart - Ein Spaziergänger erzählt
 

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