Bauers Depeschen


Mittwoch, 03. Juni 2020, 2219. Depesche


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SCHON AM 20. JUNI:

FLANEURSALON VOR DEM THEATERHAUS

Dieser Tage kam ich am Theaterhaus-Biergarten vorbei, dort saß zufällig Eric Gauthier, und dann ergab sich ziemlich schnell Folgendes: Wir machen an diesem Ort am Samstag, 20. Juni, einen Flaneursalon. Mit allen derzeit gebotenen Abstands- und Anstandsregeln. 90 Leute haben Platz. Die Lieder- und Geschichtenshow mit Eric Gauthier & Jens-Peter Abele; mit Katalin Horvath (voc), Frank Wekenmann (g) und Sebastian Mare (vl) als Trio Gadjo - und mit dem Freiburger Kabarettisten & Schriftsteller Jess Jochimsen. Unsereiner ist auch dabei, um 20 Uhr fangen wir an. Bei Regen im Saal. Der VORVERKAUF startet am kommenden Montag im Theaterhaus.





Kolumne

LIEBE GÄSTE,

hier findet man meine NEUE KOLUMNE in der aktuellen Kontext:Wochenzeitung:

FUMMELPLATZ

Alle zwei Wochen schreibe ich einen Beitrag für das Stuttgarter Online-Magazin, das samstags als Print-Ausgabe der Taz beiliegt.



Hört die Signale!

SONGS FÜRS LEBEN



KÜNSTLERSOFORTHILFE STUTTGART

Wir sind weiterhin aktiv, Infos gibt es hier:

SPENDEN UND ANFRAGEN



NOTIZEN

Trump, Trump, Trump. In Europa, in Deutschland, vor unserer Haustür gibt es keinen Rassismus. Wir haben 50 Flüchtlingskinder aus Griechenland geholt, von denen fast alle - wie z. B. „Kulturzeit“ bald darauf berichtet hat - aus Gründen ihrer Familienzugehörigkeiten juristisch ohnehin das Recht gehabt hätten, nach Deutschland zu kommen. Der Umgang mit ausländischen Arbeitern in Schlachthöfen und anderen Ausbeuterbetrieben hat selbstverständlich nichts mit Rassismus zu tun, so wenig wie die alltäglichen Anfeindungen von Menschen, die nicht dem Bild des „Bio-Deutschen“ entsprechen. Wenn Menschen allein aufgrund ihrer Hautfarbe permanent von Polizisten kontrolliert und drangsaliert werden, ist das eben so.

Zum Glück richtet sich jetzt alle Empörung auf Trump und „Amerika“. Da ist was los. Und zur nächsten Kundgebung, die bei uns über die Zustände in Flüchtlingslagern im eigenen Bundesland und die alltägliche Politik der Menschenfeindlichkeit aufklärt, kommen wieder 150 Leute, die als „Antifa“ verhöhnt werden. Muss man nicht so ernst nehmen. Unterdessen dokumentieren Aufrechte in den sozialen Medien ihre grenzenlose Empathie mit den Opfern in den USA. 400 Jahre Sklaverei - auch in Europa? Nie gehört.

Zur gleichen Zeit werden bei uns rücksichtslos und ohne einen Gedanken an die Mitmenschen vernünftige Corona-Auflagen missachtet, als hätte Egoismus nichts mit Ausgrenzung zu tun. Wir wollen doch bloß spielen. Wie früher. Wie immer. Und man lässt uns nicht spielen, auch nicht die vielen armen Künstler*innen, die zwar schon vorher arm waren, aber halt nicht so richtig. Spielen will ganz schnell auch wieder jene Sorte von Publikum, die sich seit jeher bei kleinen Vorstellungen über das Einstrittsgeld empört, weil man Kulturarbeit doch bloß zum Spaß macht. Und spielen wollen die globalen Konzerne, die das Kulturgeschäft nach allen neoliberalen Schweineregeln der Profitmaximierung vereinnahmt haben. Ändern muss man nichts.

Gut, das uns Trump als Bad Cop voll auslastet.

Wann werfen wir wieder 2 Euro in den Hut, wenn ein paar schwarze Berufsmusiker in unserer tollen Toleranz-Kneipe in unserem hippen Empathie-Viertel ein Konzert geben? Auf jeden Fall werden wir klatschen. Das können wir.

 

Joe Bauer: Im Staub von Stuttgart - Ein Spaziergänger erzählt
 

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