Bauers Depeschen


Donnerstag, 20. Dezember 2018, 2048. Depesche


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LIEBE GÄSTE,

für den Flaneursalon am Sonntag, 30. Dezember, im Bix Jazzclub muss ich eine Besetzungsänderung vornehmen: Eric Gauthier hat kurzfristig abgesagt, weil er aus familiären Gründen dringend in seine Heimat Kanada reisen muss. Für ihn spielt jetzt Loisach Marci - das alpine Folk-Feuerwerk mit Marcel Engler und Erics Gitarrist Jens-Peter-Abele. Außerdem dabei: die amerikanische Sängerin Eva Leticia Padilla und ihr Gitarrist Stefan Brixel sowie der Freestyle-Rapper Toba Borke und der Beatboxer Pheel. Es gibt noch Karten für sogenannte Stehplättze - für die Stühle (ohne Tische) bereit stehen: BIX JAZZCLUB



BÜCHER ZU WEIHNACHTEN

Signierte Exemplare meines neuen Buchs gibt es vor Weihnachten auf vielfachen Wunsch im Stiefelladen Boots by Boots an der Ecke Gerber-/Christophstraße - und eine Handvoll auch bei Ratzer Records in der Hauptstätter Str. 154 am Marienplatz. Nicht mit meinem Gekritzel entwertete Bücher erhält man in Buchhandlungen, solange es die noch gibt. Geht hinaus in den feuchten Staub von Stuttgart und holt euch die Dinger.



Hört die Signale!

DAS LIED ZUM TAG



StN-Kolumne:

ZEIT FÜR BELOHNUNGEN

Das Hirn, sofern beim Menschen vorhanden, verfügt über ein Belohnungszentrum, das gefüttert werden muss. In welchem Fall die Belohnung verdient ist, entscheidet das Hirn selbst. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dieses Bedürfnis zu befriedigen: Man kann sich eine Jacht oder einen Lamborghini kaufen, eine Flasche Jägermeister klauen – oder sich Schamott auf dem Weihnachtsmarkt besorgen.

Ich gebe zu, dass ich den Begriff „Schamott“ im Alltag nicht verwende. Aber dieses Wort klingt nun mal gut, ich meine: geil, viel geiler als „unnützes Zeug“ – was es bedeutet. Oft dient die Wortwahl der Selbstaufwertung, der Wichtigtuerei, einer Variante der Selbstbelohnung. Auf Unbedarfte muss es voll cool wirken, wenn einer beispielsweise „Hautgout“ sagt und damit nichts anderes meint als „Gschmäckle“ – ein schwäbischer Begriff, der wiederum mir nicht über die Lippen kommt, weil er in meinen Ohren noch grausamer klingt als „Ländle“.

Damit sind wir beim Geschmack. Unsereiner hat einen Schamott-Tick, womit ich eingestehe, dass mich der Kapitalismus mit Haut und Haar gefressen hat. Immer wieder kaufe ich Dinge, die ich nur brauche, um später die schwierige Frage zu klären, wie ich das Zeugs unauffällig entsorge. Neulich ging ich über den Weihnachtsmarkt und blieb, weil ich mir schon genügend Socken für die kommenden 40 Jahre gekauft hatte, am Stand von Mr. Wilson’s Hunde-Bäckerei hängen. Dort gibt es Pansen-Minis aus Vollkorn, Rindfleisch-Brocken und Pansen-Kracker aus Dinkelvollkornmehl. Vor diesem Angebot stiefelte ich lange auf und ab, um vielleicht doch irgendwann eine Entscheidung zu treffen. Gegen diese Art des Zeitvertreibs hätte vermutlich auch ein Psychiater nichts einzuwenden – hätte ich einen Hund. Aber ich besitze keinen Hund. Nicht mal einen kalten.

Damit sind wir bei der Katastrophe als Folge des ansteckenden Konsumwahns: Meinem Belohnungszentrum ist es längst völlig wurscht, ob ich Mensch bin oder Hund. Mein Hirn meutert nicht einmal mehr, wenn ich mein Geld für Pansen­Kracker verprasse. Was danach passiert, ist ja sowieso Bauchsache.

Verehrtes Publikum, ich gebe zu: Meine verschnörkelte Einleitung kann durchaus dem journalistischen Schamott zugerechnet werden. Im Grunde will ich Sie heute nur darauf hinweisen, dass man Geld auch halbwegs vernünftig ausgeben und damit seinem Belohnungssystem wahre Freudenschübe gönnen kann: Noch gibt es Karten für „Die Nacht der Lieder“, die 19. Benefiz-Show am 3. und 4. Dezember 2019 im Theaterhaus zugunsten der Aktion Weihnachten der Stuttgarter Nachrichten. Dieser Hinweis ist mir insofern etwas peinlich, als fast alle Plätze in den vorderen Reihen schon wieder ausgebucht sind. Deshalb bitte ich, diese Zeilen hier nicht als Veranstaltungsreklame zu verstehen, sondern als sanfte Warnung zu betrachten: Wenn nicht alles täuscht, ist „Die Nacht der Lieder“ diesmal womöglich noch schneller ausverkauft als in früheren Jahren.

Wie in der Vergangenheit führt unser Entertainer Eric Gauthier – unterstützt von seiner Theaterhaus-Company Gauthier Dance – durch den Abend. Erstmals begrüßen wir die Sängerin und Songschreiberin Lea. Weil sie seit vielen Jahren in Schweden zu Hause ist, trifft es sich gut, dass ihr in Stuttgart beheimateter Vater, der Schauspieler Walter Sittler, an einem 5. Dezember geboren wurde. Lea reist zur Gratulation aus Göteborg nach Stuttgart – und tritt dankenswerterweise bei der „Nacht der Lieder“ auf. Zuletzt hat sie das Album „Diamonds“ veröffentlicht: sehr schöne, berührende Songs.

Aus ihrer Wahlheimat Schweiz kommt zu uns die in Berlin-Köpenick geborene Kabarettistin und Liedermacherin Uta Köbernick. Die Liste ihrer Auszeichnungen ist lang. 2011 erhielt sie den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, 2016 den renommierten „Salzburger Stier“. Sie hat oft in Stuttgart gearbeitet und kennt die Stadt bestens. Frauen dominieren auch die international besetzte Formation Tangoinpetto – der Name dieser mitreißenden Stuttgarter Gruppe erfordert keine musikalische Erklärung.

Auch gute Bekannte haben wir diesmal im Programm: Roland Baisch, in den Anfangsjahren Moderator der „Nacht der Lieder“ und seitdem immer wieder Gast, geht bei uns erstmals mit seinem Countbaischy Orchester auf die Bühne: betörende Swing-Klassiker mit ins Deutsche übersetzten Texten. Und wenn dieser Herr schon mal da ist, pflegen wir gleich die Familie: Seine Tochter Vanessa Lee, Artistin und Ab­solventin der Berliner Zirkusschule, geht mal wieder über unsere Showtreppe, voraussichtlich mit ihrer hinreißenden Hut-Jonglage.

Selbstverständlich ist wie jedes Jahr unsere Dauerbrenner-Kapelle Die Füenf im Aufgebot, wie auch unsere Showband: das Nacht- und Nebelorchester mit Jens-Peter Abele (Leitung, Gitarre), Marquis de ­Shoelch (Keyboards), Friedrich „Fritsch“ Kienle (Bass) und Wolfgang Rosner (Schlagzeug). Auch die Staatsoper Stuttgart wird uns wieder mit einem Beitrag aus ihrem Haus adeln. Und dann ist es Zeit, sich um den Nachwuchs zu kümmern: Die Tanzlehrerin und Chansonsängerin Myriam Pleva präsentiert uns aus ihrer Ballettschule ein 30-köpfiges, internationales Ensemble: umwerfender Hip-Hop aus dem Kinderladen.

Und jetzt, liebes Publikum, belohnen Sie sich vor Weihnachten noch rasch mit einer Eintrittskarte: online THEATERHAUS – telefonisch: 07 11 / 4 02 07 20.

 

Joe Bauer: Im Staub von Stuttgart - Ein Spaziergänger erzählt
 

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