Bauers Depeschen


Samstag, 04. Januar 2014, 1227. Depesche


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DIE FAMILIENSAGA: FLANEURSALON IN DER ROSENAU

Mittwoch, 19. Februar 2014, ROSENAU: Auf vielfachen Wunsch tritt der FLANEURSALON nach dem Gastspiel im Theater Rampe noch einmal in der Familien-Bande-Besetzung an. Mit Zam Helga & Tochter Ella Estrella Tischa, mit Roland Baisch & Sohn Sam sowie Toba Borke & Pheel. Andere Geschichten, andere Songs. 20 Uhr. Vorverkauf läuft.



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LIED DES TAGES



Die aktuelle StN-Kolumne:



GEFÄHRLICHE GRUNDSÄTZE

Das Jahr 2014 kommt auf Touren, und mit der Gegenwart vor Augen spürt man schon jetzt eine gewisse Endzeitstimmung. Als wäre nichts geschehen, gastiert am Drei­königstag die FDP im Stuttgarter Opernhaus. Ein seltsamer Auftritt für eine Restpartei, die samt ihren Wählern in die ­Mäulesmühle passen würde. In dieser ­Bühne des gesunden Volksempfindens träfe sie auch auf den ihr angemessenen Humor des Ganzjahresfaschings. Die Oper ­dagegen ist ein allzu komischer Ort für das Asyl politischer Armutsflüchtlinge aus dem ­neoliberalen Sprachraum.

Die FDP hat Glück. Anders als in ihrem eigenen Laden hat in Stuttgart, der Heimat Schillers, Hegels und der Fantastischen Vier, ein liberaler, ein demokratischer Geist überlebt. Auch wenn man das heute, da man die Stadt in eine Shopping Mall mit unter­irdischem Gleis­anschluss für internatonale Immobilien-Deals zer­stückelt, nur noch bedingt wahrnimmt.

Die Lust der Bürger auf Demokratie lebt dennoch weiter, oft an den Rändern der Stadt. Diese Woche traf sich ein kleiner Haufen im Leonhardsviertel, um eine ­Gedenktafel in der Jakobstraße zu ent­hüllen. Im Haus Nummer 6, mit der kleinen Kneipe Jako-Stube im Erdgeschoss, wurde am 2. Januar 1807 Balthasar Friedrich ­Wilhelm Zimmermann geboren. Er war protestantischer Theologe, Dichter, ­Historiker, Abgeordneter der Frankfurter National­versammlung 1848/49, der verfassungsgebenden Landesversammlung und des württembergischen Landtags. Er war der große Chronist des Bauernkriegs und ein aufrechter Demokrat, weshalb man ihm 1850 seine Stuttgarter Professur entzog und ihm wegen „Verbreitung staatsgefährlicher Grundsätze“ Redeverbot erteilte. 1907, zu seinem hundertsten Geburtstag, haben ihm die Stuttgarter eine Straße ­gewidmet. ­Weil aber auf dem Schild von heute nur „Zimmermannstraße“ steht, können die wenigsten wissen, wer der Zimmermann war.

Selbstverständlich kommt die neue Tafel nicht aus dem Rathaus. Ein kleiner Kreis von Bürgern hat sie anbringen lassen. ­Heinrich Huth, seines Zeichens Wirt der Jakob-Stube, enthüllte sie am 2. Januar 2014, mehr als 135 Jahre nach Zimmermanns Tod, und wie ­bestellt hat es bei dieser Zeremonie in der Altstadt geregnet.

Die Gedenktafel wurde übrigens im ­Sommer 2012 von einem Zeitungsfritzen angeregt, und weil der maßlos ist, hat er einen weiteren Wunsch, den man ihm erneut ­anderthalb Jahre später erfüllen könnte. Geht man von ­Jakobstraße 6 ein paar Schritte um die Ecke, steht man vor dem Haus Leonhardstraße 8. In den Räumen der heutigen Rotlicht-Bar haben Demokraten und Aktivisten der Arbeiterbewegung 1965 den Club Voltaire eröffnet. 2015 jährt sich dieses Datum zum fünfzigsten Mal. Es gibt noch Zeugen, die berichten können, was für ­Menschen in diesem Haus ein- und aus­gegangen sind: Große Männer wie der jüdische Widerstandskämpfer Fritz Lamm (1911 bis 1977), ein charismatischer Intellektueller mit atemraubender Biografie. Eine weitere Erinnerungstafel würde zwar nicht die Freier und Huren aus dem Elendsviertel vertreiben. Der eine oder ­andere aber könnte von einem Hinweisschild mehr über Geschichte und Politik erfahren als von einer Operette der FDP.

Die Oper im Schlossgarten, im Zentrum der von den Stadtplanern verschandelten Kulturmeile, ist ohne politische Störgeräusche ein ehrenwertes Haus. Am 1. Januar lud ihr Generalmusikdirektor, der Dirigent Sylvain Cambreling, um fünf Uhr nach­mittags zum Neujahrskonzert. Zwei Stunden später begleitete das Staatsorchester ein gut gelaunter, lautstarker Chor namens Publikum. Monsieur Cambreling hatte es mit einer ­philosophisch gewitzten ­Ansprache dazu animiert.

Nach einem furiosen Aufakt mit Manuel Hidalgos Orchester-­Bearbeitung von ­ Beethovens „Großer ­Fuge“ schloss das ­Ensemble ­den Reigen mit Stücken aus ­Bernsteins „West Side Story“ – und spielte am Ende noch einmal den „Mambo“. Da war der Saal gut auf­geheizt mit ­Groove und Swing, und eine befreiende ­Heiterkeit lag in der Luft. Nicht alles kann schlecht sein in einer Stadt, wo das Volk das neue Jahr im Opernhaus mit herz­erfrischenden Mambo-Rufen begrüßt.



DIE PAPIERTIGER MIT JESS JOCHIMSEN IM CAFÉ WEISS

Zum dritten (und wahrscheinlich letzten) Mal lade ich zu meinem Lese- und Liederabend unter dem Titel "Die Papiertiger" ins Café Weiß: Am Donnerstag, 23. Januar 2014, heißt mein Gast Jess Jochimsen. Der Freiburger Schriftsteller und Kabarettist nutzt einen freien Tour-Tag für ein außerplanmäßiges Gastspiel in der Stuttgarter Altstadt-Bar, Geißstraße 16. Musik macht wieder Roland Baisch mit seinen Freunden. Beginn 19.30 Uhr. Eintritt frei. Reservierungen (Mo - Sa ab etwa 19 Uhr) unter der Telefonnummer 07 11/24 41 21.



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