Bauers Depeschen


Samstag, 01. Dezember 2012, 1018. Depesche


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SOUNDTRACK DES TAGES



LIEBE HOMEPAGE-GÄSTE,

keine neue Kolumne heute. Bin auf Kurzausflug in Berlin. An diesem Samstagabend (20.30 Uhr) lesen Klaus Bittermann und ich im Kreuzberger Club Monarch am Kottbuser Platz (Skalitzer Straße 134). Eine kleine Veranstaltung im Rahmen des "Lesemarathons Berlin-Brandenburg" unter dem Motto "Stadt Land Buch". Damit gute Bräuche beibehalten werden, spielt für uns an diesem Abend die Musik: Der Sänger, Songschreiber und Gitarrist UDO SCHÖBEL, vor vielen Jahren von Stuttgart nach Berlin ausgewandert, wird uns begleiten. Udo war schon zu den Anfangszeiten des Flaneursalons mit seiner Band Cleaning Women häufiger Gast in unserer Lieder- und Geschichtenshow. Diesmal ist er mit seiner Band Minibeatclub am Start.

An diesem Sonntag gibt es den Flaneursalon mit Eric Gauthier, Dacia Bridges und Roland Baisch im Weilimdorfer Weihnachtstipi auf dem Löwen-Markt. Leider ausverkauft. - Der erste Flaneursalon im neuen Jahr geht am Dienstag, 19. Februar, im SCHLESINGER über die Bühne. Erstmals mit UTA KÖBERNICK & Band, mit Dacia Bridges, Zam Helga und Roland Baisch.



PROPAGANDA

Weil es heute keine neue Kolumne gibt, nutze ich die Zeit für hemmungslose Propaganda. Es wird Weihnachten, und der Mensch braucht ein kleines Buch aus Papier, um seine Kerzen anzuzünden. Das Buch heißt "Im Kessel brummt der Bürger King - Spazieren und über Zäune gehen in Stuttgart", 192 Seiten für 14 Euro, mit einem Nachwort von Wiglaf Droste. Im Buchhandel und bei Amazon (pfui!) erhältlich. Das Cover-Foto ist von Lutz Schelhorn.



STEFAN KISTER schreibt auf der Literaturseite der Stuttgarter Zeitung:



MYTHEN, DIE

EINE STADT BRAUCHT

Auch wenn Joe Bauer in Wirklichkeit natürlich ein Cowboy ist – seine Streifzüge durch die von skrupellosen Goldgräbern durchpflügten Claims der Stadt lassen eher an einen Indianer denken, dessen Reservat immer enger wird.

„Im Kessel brummt der Bürger King“ ist ein Band mit neuen Texten des Kolumnisten der „Stuttgarter Nachrichten“ überschrieben, der irgendwann einmal aufbrach, dem Elend der Provinz davon zu reiten. Die Stadt wurde sein Jagdgebiet. Er kannte sie alle, die bunten Pioniere einer wilden urbanen Vorzeit. Menschen wie Götz Bremme, der hinter der Theke des einst legendären Exil Beachtliches leistete in der Kunst des Cocktailmixens; Menschen wie der Schausteller Fritz Kinzler, der sich noch daran erinnert, wie eine der größten Attraktionen auf dem Wasen eine Bretterbude war, die den „Blick ins Jenseits“ versprach.

Die Welt der großen kleinen Leute, die Bauer in seinem neuen Band beschreibt, ist längst unter gesichtslosen Beton und Glaskomplexen begraben. Wer noch einmal einen Blick in dieses Jenseits werfen möchte, halte sich an den körnigen Rapport des plebeischen Stadtflaneurs. „Es gab Zeiten, da war es erregend und spannend, auf die Straßenbahn zu warten“, so beginnen diese Geschichten.Was sie von Verklärung trennt, ist Zorn. Denn die Wege dieses wandersüchtigen Unruhestifters führen unweigerlich an den Punkt, wo sein in den epischen Weiten der Vergangenheit geschulter Blick sich an Plakaten wie „Heute schippen, morgen shoppen“ bricht.

Joe Bauer, der durch Stuttgart stiefelt, ist eine ruhelose Kunstfigur, irgendwo zu Hause zwischen dem spätantiken Trümmermann Pausanias und Clint Eastwood. Eine Stadt im Umbruch, der sich vordergründig vor allem als Abbruch zeigt, braucht solche höchst realen Mythen, wie er sie erzählt, knarzig und knapp. Und Stuttgart sollte es mit provinzieller Großmannssucht nicht zu weit treiben.

Wer weiß, sonst reitet Old Bauer eines Tages doch wieder weiter.



MICHAEL SETZER schreibt im Stuttgart-Blog Kessel.TV:

BÜRGERKING



JESS JOCHIMSEN, Freiburger Kabarettist und Autor, schreibt in seinem Kurzkritiken-Blog:



WUT UND LIEBE

Sagen wir gleich, wie es ist: Wenn ein Buch es schafft, seinem Leser unbändige Lust darauf zu machen, sofort alles stehen und liegen zu lassen, um nach Stuttgart zu fahren und dort spazieren zu gehen, muss es ein verdammt gutes Buch sein.

Joe Bauers neueste Sammlung ist genau so ein Buch. Es ist eine einzige Freude, dem Kolumnisten der Stuttgarter Nachrichten auf seinen Wegen durch die viel geschmähte Schwabenmetropole zu folgen, mit ihm versteckte Winkel zu entdecken und „vergessene“ Geschichten erzählt zu bekommen. Das ist das Wunderbare: Dieser Mann schaut genau hin, forscht unerbittlich nach und vergißt nichts; weder die kleinen Mauscheleien noch die großen Lügen. Bauer nimmt einen mit in die Vorstadt oder nach Stammheim, in den Talkessel, auf die Halbhöhe und immer wieder zum geliebten Bahnhof, dessen Zerstörung er beschreibt wie kein Zweiter.

Doch so wenig er müde wird, die Geld- und Gierpolitik von Stuttgart 21 und die politischen Fehlfarben von Schwarz bis Grün zu geißeln, so wenig verbirgt er seine Liebe zur verborgenen Schönheit und Historie der Stadt. Er weiß, dass Picassos „Lump“ ein Stuttgarter Dackel war, in welcher Mini-Bar Gary Cooper oder Ella Fitzgerald einst tranken (respektive heute trinken würden), aber eben auch auch, wer in der Stadt wann und wo vertrieben wurde, und vor allem von wem. Davon erzählt er – mal anrührend, mal komisch, immer erhellend.

Was die Gegenwart betrifft, bieten diese Stadtgeschichten die beiden wichtigsten Informationen überhaupt: von wem sich fernhalten sollte und wo man es aushalten kann. Und was diese Text-Spaziergänge so besonders macht: die Mischung aus Wut und Liebe, aus Selbstironie und Leidenschaft, alles Eigenschaften, die man mit dem Stuttgart von Daimler und VfB eher nicht verbindet. Aber Joe Bauer geht ja auch zu den Kickers – zu Fuß.

Glücklich die Stadt, die einen Chronisten beheimatet wie diesen zärtlich grantelnden, geschichts- und geschichtenversessenen Flaneuer mit Elefantengedächtnis.



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