Bauers Depeschen


Samstag, 21. April 2012, 895. Depesche



KICKERS siegen in Pfullendorf 2:0

Verfolger Großaspach verliert 1:2 in Fürth!!!

Barcelona - Real Madrid 1:2



FLANEURSALON IN OSTHEIM

Der nächste Flaneursalon findet am Mittwoch, 9. Mai, im historischen Wirtshaussaal der Friedenau in der ehemaligen Arbeiterkolonie Stuttgart-Ostheim statt. Mit Stefan Hiss, Roland Baisch, Anja Binder & Jens-Peter Abele. 20 Uhr. Karten: 07 11 / 2 62 69 24.



FLANEURSALON bittet zum HAFEN-PICKNICK

HIER GEHT ES ZUM VORVERKAUF



SOUNDTRACK DES TAGES



Die aktuelle StN-Kolumne:



BÜRGER, ZUR SONNE!

Liebe Bürgerinnen und Bürger, sehr geehrte Ex-Menschen,

heute begrüße ich Sie zu einem historischen Neubeginn in der Stadt. Willkommen in der ersten Bürgerkolumne.

Mitten im Bürgerwahlkampf um den Posten des Bürgerrathauschefs versammelten sich neulich acht Bürgerinnen und Bürger, darunter eine Frau, für ein Zeitungsfoto. In Höhe ihres primären Geschlechtsmerkmals hielten sie Schilder vor den Körper: „Bürger-OB Sebastian Turner e. V.“. Damit auch der Bürger-OB wusste, wo er herumstand, packte er sich ebenfalls Pappe vor den Bauch: „Bürgerstadt Stuttgart“.

Der Schildbürgerverein besteht aus Mitgliedern von CDU, Freien Wählern und FDP – letztere ein Sektiererclub, den der Amtschef des Finanzministers, der Sozen-Bürger Rousta, im Internet als „FDPisser“ würdigte. Diese Inkontinenz löste eine verbalen Bürgerkrieg zwischen FDPennern und SPDeppen aus, beschädigte aber nicht das bürgerliche Lager. Nach dem liberalen Dichter Bukowski ist das bürgerliche Leben ohnehin eine Pissrinne.

Der „Bürger-OB“-Verein hatte sich schon vor diesem Scharmützel für ein Gruppenbild mit Dame (letzte Reihe) formiert. Der Fotograf sagte: „Alle mal lächeln“, und fertig war der Cheese-Bürger. Der grinsende Cheese-Bürger hat mithilfe seines Leithammels aus der Reklamebranche ein neues Berufsbild erfunden: „Bürger-OB“ bedeutet Bürger-Oberbürgermeister, eine Art zweilagiges Polit-Tampon für alle. Unser neuer Mitbürger Bürger-Oberbürgermeister ist eine typische Marketing-Marke. Nach Art des Marketing-Vermarkters hat man den Oberbürgermeister auf den Bürger „runtergebrochen“. Gelingt es, den Bürger mit der Marke „Bürger-Oberbürgermeister“ „abzuholen“ und „mitzunehmen“, ist es so gut wie ausgeschlossen, dass der Bürger als Wähler unseres Mitbürgers Bürger-Oberbürgermeister „wegbricht“, bevor es aus ihm herausbricht.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich bringe meine Freude darüber zum Ausdruck, welche Wertschätzung der Bürger erfährt. Vor dem Auftritt des Bürger-Oberbürgermeisters hatte der Bürger einen miesen Ruf. Das Bürgertum von Killesberg bis Kaltental galt als Horde protestierender Pisser und Penner. Ein Hambürger erbrach gar den Stuttgarter „Wutbürger“, nachdem er sämtliche Teile vom Klein- und Spießbürger in seiner Kloschüssel zusammengerührt hatte. Die CDU brüllte: Bürger, wehrt euch! Die Bürgerwehr ist überall.

Der neue Bürger-Oberbürgermeister befreit den Bürger aus dem „Wutbürger“-Käfig, kaum dass man den Schlossgarten abgeholzt und den Bahnhof zerstört hat. Auferstanden aus Ruinen ist die neue Bürger-Rechte von Grün bis Schwarz.

Ein anderer Ideen-Manager hat inzwischen vorgeschlagen, dem Bürger das Neue Schloss als „Bürgerschloss“ zu widmen. Das bedeutet: Der Bürger darf hie und da das von seinen Steuern bezahlte Schloss in der Stadt besuchen, was ihn freut, weil er sich die Bürgermiete in den Investorenburgen seiner Bürgerstadt demnächst sowieso nicht mehr leisten kann.

Um auch diese Sauerei wegzukommunizieren, hat der Bürger-Oberbürgermeister die „Bürgerstadt“ ausgerufen. Das Würgehohlwort „Bürgerstadt Stuttgart“ erleichtert es dem Bürger, die Bürgerstadt Stuttgart vom Tierheim Botnang zu unterscheiden, nachdem der Bürger-Oberbürgermeister mit einer voll witzigen Bemerkung über das Stadtwappen seinen Köter in die Kamera seines Bewerbungs-Videos hielt. Wow!, sagte der Hundsbürger, und der brave Bürger hob das Bein.

Nach dem Bürgerschloss bitte ich, weitere Häuser dem Gutbürger zu öffnen. Um dem Bürgerstadt-Bürger Demokratie unter seinem Bürger-Oberbürgermeisters vorzugaukeln, reicht es nicht, Bürger-Maultaschen und Königsbürger Klopse mit Bürgergas aufzukochen. Selbst das Bürgerhospital signalisiert keine bürgerliche Mitbestimmung – trotz geschlossener Abteilung.

Wir Bürgerstadt-Bürger haben genug von herrschaftlichen Herrschaftsverhältnissen. Die Königstraße heißt ab sofort Bürgersteig. Weg mit dem Kaiserschmarrn. Es lebe der Bürgerschmarrn.

(Als seriöses Begleitprogramm sei das neu erschienene Buch "Bürger erhebt euch" von Markus Metz/Georg Seeßlen empfohlen. Laika-Verlag. 378 Seiten. 24,90 €)



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