Bauers Depeschen


Montag, 21. November 2011, 818. Depesche



SOUNDTRACK DES TAGES



HEUTE ...

... steigt die 100. Montagsdemonstration gegen S 21 am Hauptbahnhof (siehe auch Depesche vom 16. 11.). Unter anderem tritt der Kabarettist Uli Keuler auf (ist mir eine Freude). - VA: Lächerlich, erbärmlich, wie sich provinzlerisch veranlagte Möchtegerne aufplustern, um den Eindruck zu erwecken, sie drehten mit am großen Rad der Geschichte. Als wären sie verantwortlich für den Sieg in einem Spiel, das sie aufgrund der hanebüchenen Regeln und der Macht- und Geldverhältnisse sowieso nicht verlieren können.



NOTIZEN

Die Stuttgarter Kickers führen nach ihrem 2:1-Sieg beim KSC II mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle an. Mind-boggling run, würde der Phrasen-Engländer sagen, unglaubliche Serie. Mir wird das unheimlich. Wohliger Grusel. - Eine anstrengende Woche mit vier Lese-Terminen ist zu Ende. Die Flaneursalon-Shows am Montag im Bürgerhaus Backnang und am Sonntag im Vaihinger Maulwurf liefen rund, schöne Stimmung, wir haben neue Freunde gewonnen. Daneben war ich Gast bei der Benefiz-Show "Roll over Rosenau?!" im Theaterhaus (sehr gute Resonanz) und bei der Vorstellung des StN-Buchs "100 Gründe, warum wir Stuttgart lieben" bei den Buchwochen (ordentliche Vorstellung u. a. mit Anja Binder & Jens-Peter Abele, trotz peinlicher Organisation). Als nächstes steht am 4. Dezember im Theaterhaus die (ausverkaufte) Benefiz-Show "Die Nacht der Lieder" an, danach gastiert der Flaneursalon am 14. Dezember mit Zam Helga, Dacia Bridges und Roland Baisch im Kulturhaus Schwanen, Waiblingen. Und dann ist Feierabend! Wir sehen uns wieder beim Flaneursalon am 21. Januar 2012 in der Stuttgarter Bauernmarkthalle. Wo sonst.



HUMOR

Heute als Dokument eine der typischen Mails, die ich regelmäßig als Reaktion auf meine Kolumne bekomme. Der folgende Schrieb bezieht sich auf meine Glosse "Jüngster Tag" (siehe Depesche vom 11. 11.). Ein Dokument deshalb, weil es den immer gleichen Irrtum der Absender widerspiegelt, nämlich plump (und offensichtlich zwanghaft) formulierte Häme, die Mischung aus gedanklicher Schlichtheit, unbegründeter Arroganz und dämlicher Dreistigkeit könnten so etwas wie Ironie oder eine andere Spielart des Humors erzeugen:



Sehr geehrter Herr Bauer,

Sie tun mir leid, seit langem schon. Zuletzt gestern, bei der Lektüre Ihres „Jüngster Tag“. Anzunehmen,dass Ihre Kolumne seit geraumer Zeit, obwohl für die LeserIhres Blattes gedacht, der Selbsttherapie dient; wie anders könnte es sonst sein, dass ihr eine Melancholie innewohnt, die kaum auszuhalten ist.

Nicht nur emotional scheinen Sie sich in einem arg engen und tiefdunklen Korridor zu bewegen, sondern auch journalistisch. Wie sehr muss es Sie schmerzen, in dieser Stadt wohnen & Ihr Geld verdienen zu müssen. Wie sehr müssen Sie unter all den, so wie es sich liest, hiesigen apokalyptischen Zuständenleiden - vielleicht Motivation für Ihre New York - Ausflüge?

Allein, der helle Silberstreif & emotionale Speckgürtel „Stuttgart 21“ scheint Ihnen Kraft & die W(M)utdosis fürs Schreiben zu spenden. Häufig allerdings nur wenig nachvollziehbar dosiert, um es vorsichtig auszudrücken. Meistens entgleitet Ihnen dann einiges. Zum Beispiel den Begriff „D-Day“ aus dem einen Kontext stammend & ihn dann in einen anderen hebend, wie am Samstag, ist peinlich, weil Sie deren Wertigkeiten total verkennen. „Wikipedia“ sagt & so habe ich es in meiner Schule gelernt: „Der Ausdruck D-Day bezeichnet im Englischen größtenteils den Stichtag militärischer Operationen ... In vielen Sprachen steht der Ausdruck ... für den 6. Juni 1944 als Beginn der Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg.“

Das Provinzthema Stuttgart 21 auf dieselbe Ebene, wie die zitierte zu stellen, ist skandalös; „Schwäbisch Guantánamo“ ebenfalls. Weitere Beispiele gibt es zuhauf. Einmal mehr beweisen Sie, wie sehr überfordert bzw. selbstüberheblich Sie zu sein scheinen. Fehlte nur noch, das - ebenso skandalöse - Verleihen des Georg Elsner Preises (gemeint ist der Elser-Preis, siehe Depesche vom 14. 11. - d. Red) an Herrn Wagner in einer der Dateien Ihres Larmoyanz - Laptops untergebracht zu haben, die Sie vermutlich gerade am Öffnen sind.

Unter uns, es gibt hier eine „Akademie für Auszeitkultur“, 0711 7456336.

Vielleicht einfach mal anrufen? Oder besser, ein Volontariat in einer New Yorker Redaktion anstreben? Vermutlich aber gibt’s dort keine Zeitung, auf deren Niveau Sie schrieben. Oder doch lieber gleich hier bleiben & abundzu aus dem Akademiefenster zum Bahnhof rüberlinsen, gell?

Herzliche Grüsse

Thomas Rossmann

(Stuttgart-West)



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