Bauers Depeschen


Mittwoch, 04. August 2010, 553. Depesche



Rechtzeitig vor der der Kickers-Unterstützer-Show "Hurra, wir kicken noch!" an diesem Samstag im Theaterhaus (20.15 Uhr, es gibt noch Karten) ist heute in den Stuttgarter Nachrichten dieses schöne Interview mit einem der mitwirkenden Künstler zu lesen:



"DA SPIELEN DIE BERÜHMTEN KICKERS"

Comedian Nils Heinrich über Fußball am Fuße des Fernsehturms, unbekannte Sponsoren, Mario Basler und Jürgen Klinsmann



In seiner Jugend war er aus unerfindlichen Gründen für Carl Zeiss Jena. Heute sympathisiert Comedian Nils Heinrich mit St. Pauli und den Stuttgarter Kickers. Bei der Benefiz-Gala zugunsten der Kickers tritt er am Samstag im Theaterhaus auf.

Von Frank Rothfuss



StN: Herr Heinrich, Hand aufs Herz, mögen Sie die Stuttgarter Kickers?

Nils Heinrich: Was für eine Frage! Selbstverständlich. Die sind Underdogs, ich bin als Ossi auch ein Underdog. Und ich spiel' auch in der vierten Liga.

StN: Das wird sich bald ändern.

Heinrich: Bei mir oder bei den Kickers? Nein, jeder, der mich besuchen kommt, den schleppe ich auf den Fernsehturm und zeige ihm: Da spielen die berühmten Stuttgarter Kickers! Das St. Pauli von Stuttgart.

StN: Kennen Sie eigentlich einen Kickers-Spieler?

Heinrich: Jürgen Klinsmann.

StN: Schon mal nicht schlecht.

Heinrich: Ihn kenne ich übrigens persönlich. Ich habe vor Urzeiten für Antenne Bayern gearbeitet und musste öfter an die Säbener Straße zu den Bayern. Rehhagel, Hoeneß, Klinsmann, Trapattoni, Matthäus, Elber, Basler habe ich alle vor dem Mikro gehabt. Und den Klinsmann. Aber der war ein harte Nuss.

StN: Inwiefern?

Heinrich: Für den waren wir völlig überflüssig. Der war eigen und wollte mit dem Großteil der Münchner Journalisten nichts zu tun haben. 1996 nach dem EM-Sieg ließ sich die Nationalmannschaft in Frankfurt auf dem Römer feiern. Ein super gut aufgelegter Klinsmann röhrte in die Mikrofone: "Wir haben's geschafft." Danach flogen die Bayern nach München, wir haben sie auf dem Rollfeld empfangen. Erst kam Rubi, dann Waldi, alle ziemlich gut drauf. Dann Klinsmann. Ich stand direkt vor ihm. Er war wie ausgewechselt, sagte keinen Ton und hat durch mich durchgeguckt. Das Kontrastprogramm war der Basler. Bei dem war ich mal zu Hause.

StN: Zum Rauchen und Saufen?

Heinrich: Ich war in seiner Villa in Grünwald. Da ging's darum, dass er einen italienischen Sänger entdeckt hat, der bei einem Boxkampf von Axel Schulz die Eröffnungshymne singen sollte. Die ganze Familie war da. Der Vater hat RTL 2 geguckt im Unterhemd, da lief ein Beitrag über Mario, mit O-Tönen von Mario und alle haben Mario applaudiert. Weil Mario so lustige Sachen gesagt hat im Fernsehen. Und Basler hat mir an meinem Mikro rumgefummelt, weil da ein Härchen dran war.

StN: Das ist doch wunderbar für einen Comedian.

Heinrich: Fußball ist eigentlich kein gutes Thema. Das Spiel an sich gibt nichts her. Worüber man Witze machen kann, sind die exzentrischen Fußballer. Leute, die das Rampenlicht schätzen, die abseits des Sportteils auftauchen, die so ein bisschen bekloppt sind wie der Basler. Ansonsten ist Fußball eine zu ernste Angelegenheit.

StN: Über die man keine Witze machen darf?

Heinrich: Es versuchen ja manche. Aber schauen Sie mal "Waldis WM-Club" an. Braucht das irgendjemand? Fußball ist Volksbelustigung, das ist ein Spiel. Interessant ist , was daraus gemacht wird. Wenn man sieht, was bei den Franzosen passiert ist, 22 Fußballer benehmen sich daneben, schwupps, hast du eine Staatsaffäre. Nigeria hat wegen Erfolglosigkeit gleich den ganzen Verband aufgelöst. Diese Überhöhung des Ganzen ist komisch. Aber das darfst du keinem Hardcore-Fußballfan sagen: dass es nur ein Spiel ist. Dann kannst du dich gleich vom Fernsehturm stürzen.

StN: Aber bitte nicht ins Gazistadion.

Heinrich: Allein für diesen Namen lohnt es sich, die Kickers zu lieben. Wie viel Selbstbewusstsein muss man haben, sein Stadion nach einem Käseproduzenten zu nennen. Das hat Klasse. Das Volksparkstadion bekommt jedes Jahr einen neuen Namen. Letztes Jahr war's die HSH-Nordbank-Arena, jetzt ist es ein Unternehmen, was keine Sau kennt. Wie die Lanxess-Arena in Köln. Was ist das denn? Ein Chemieunternehmen, da kannst du als Privatmensch nicht mal Produkte davon kaufen. Dagegen ein Schafskäse oder ein Joghurt. Das kann man brauchen!

StN: Apropos Gazi, was halten Sie vom VfB?

Heinrich: Ich habe nichts gegen den VfB . . .

StN: Sind Sie sicher?

Heinrich: War ein Spaß! VfB? Ich bin dagegen, nur den neuen Sponsor finde ich gut.

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