Bauers Depeschen


Dienstag, 04. Dezember 2007, 90. Depesche

Die neunzigste Depesche. Im März, nach meinem Krankenhausaufenthalt, habe ich mit den Internet-Texten angefangen. Eher planlos, einen richtigen Plan gibt es bis heute nicht. Zuletzt habe ich diesen Platz auf meiner Website mit fertigen Geschichten gefüllt, über den Künstler Kippenberger, der oft in Stuttgart gearbeitet hat, über die Kriegsfotografin Gerda Taro, die in Stuttgart geboren und aufgewachsen ist, die im Spanischen Bürgerkrieg gefallen und in Stuttgart vergessen ist. Über die mutigen Wirtsleute Eugen und Inge Maier, die 1977 für die Angehörigen der toten RAF-Terroristen den Leichenschmaus im Degerlocher Fässle ausgerichtet haben.

Apropos Taro: Mein alter Freund Goggo Gensch, Filmemacher beim SWR in Baden-Baden, hat sich vorsorglich das Taro-Material besorgt, eine Lidl-Tüte voll. Vielleicht wird was draus.

Die Zahl der Website-Besucher ist Monat für Monat gewachsen, nicht dramatisch, aber kontinuierlich. Resonanz, Mails über die an jede Depesche angehängte Kontakt-Adresse gibt es aus Stuttgart so gut wie nie. Öfter erreichen mich Nachrichten von auswärtigen Freunden. Der Berliner Kabarettist Arnulf Rating, einst Mitglied der legendären 3 Tornados, hat mich zufällig im Netz entdeckt und begeistert geschrieben: "Unglaublich, was es in Stuttgart alles gibt." Einmal hat mich eine Mail aus Sydney erreicht: Mario Piel gab sich als Fan der Stuttgarter Kickers zu erkennen: "Wunderbar!"

Wunderbar an diesem Verein ist überhaupt nichts. Ich gehe immer noch zu den Spielen, bis zum Konkurs.

Nach einer verschleppten, hartnäckigen Bronchitis mit den entsprechenenden Begleiterscheinugen habe ich nach zwei Wochen Zwangspause Gott sei Dank wieder das Training aufgenommen. Hausfrauengymnastik bei Kieser, Joggen mit anschließendem Doppel Sauna & Schwimmen im Bad Berg, Torwart-Training mit dem einzigartigen Coach Peter Schwemmle auf der Waldau. "Gute Quote", hat er mir am Samstag gesagt. Heißt: ordentlich gehalten. Bin ja kein Engländer. Am Tag darauf ist Österreich als deutscher Gegner in die Lostrommel geplumpst. Fällt mir Richard Rogler ein: "Bei der Fußball-WM habe ich mir Österreich gegen Kamerun angeschaut. Warum? Auf der einen Seite Exoten, fremde Kultur, wilde Riten – und auf der anderen Seite Kamerun."

Mittlerweile bin ich neun Monate abstinent. Das Wichtigste, habe ich gelernt, ist den Lebensrhythmus zu halten. Training jeder Art sofort nach Zwangspausen wieder aufnehmen. Keine Kunstpausen. Bin jetzt halbwegs in Form, muss nicht nach jeder Auszeit wieder in der Kreisklasse anfangen.

Auch das Flaneursalon-Geschäft geht weiter, klein, lustig. Am Montagabend waren Stefan Hiss und ich traditionell bei Billy's, einer Kneipe mit vorzüglichen kleinen Speisen in der Katharinenstraße. Heute fahren Roland Baisch, Michael Gaedt und ich nach Ellwangen. Dort betreibt der ehemalige Rosenau-Koch Tobi Brenner die Schlossschänke. Auch dort treten wir traditionell vor Weihnachten an.

Dann muss ich noch, Bettelbriefe sind an Weihnachten erlaubt, auf unseren Abend "Stuttgarter Krähen" am Montag, 17. Dezember, im Saal des Literaturhauses auf dem Bosch-Aral hinweisen. Die Lieder- und Geschichtenshow heißt diesmal nicht Flaneursalon, wir treten in ungewöhnlicher Besetzung an, mit der wunderbaren amerikanischen Sängerin Dacia, die seit geraumer Zeit neben ihrem Heavy-Metal-Job Balladen singt, eigene Songs und Klassiker von Leonard Cohen oder Billie Holiday, außerdem ist Eric Gauthier mit seinem Gitarristen Jens Abele dabei. Die klassische Comedy-Rolle von Michael Gaedt sparen wir ausnahmsweise aus. Die Textauswahl ist entsprechend. Am 19. Februar beim Flaneursalon in der Rosenau mit Los Gigantes ist Michael Gaedt selbstverständlich wieder dabei. Er gehört zwingend in den Flaneursalon mit den Gigantes, als Zerstörer des Cowboy-Blocks.

So, das war der erste Werkstattbericht im Dezember. Fehlt noch die Mitteilung, dass der Flaneursalon in diesem Monat bei der Weihnachtsfeier der Psychiatrie in der Furtbachklinik gastiert. Ein therapeutischer Akt: Irrenwitze sind für uns ja nichts anderes als Selbtironie. Bei Widerworten: „Kontakt




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