Bauers Depeschen


Samstag, 20. November 2021, 2290. Depesche


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FLANEURSALON LIVE:

ES GIBT NOCH KARTEN

Liebe Leserin, lieber Leser, ich würde mich freuen, wenn da noch was ginge: Am Sonntag, 28. November, sind wir auf auf der Kulturinsel in Cannstatt. Eine kleine Hommage an diesen in Stuttgart einzigartigen Ort der Begegnung, der erhalten werden muss. Die Lieder- und Geschichtenshow mit Jess Jochimsen, Stefan Hiss, Eva Leticia & Dany Labana Martínez. Beginn 19 Uhr. Karten: KULTURINSEL



ZU UNSERER KÜNSTLER*INNENSOFORTHILFE STUTTGART

AUSZUG aus einem kurzen Text, den ich neulich auf Wunsch bei der Jahresfeier einer Firma vorgetragen habe, die uns mit einer stattlichen Spende unterstützt hat. Eine ganz brauchbare Zusammenfassung unserer Aktion:



"... wir sind nach wie vor aktiv, allerdings in einer Phase, in der keine regelmäßige Spenden mehr kommen. Zuletzt haben uns 20.000 Euro von einer Stiftung, die aus verständlichen Gründen anonym bleiben will, sehr geholfen, um weitermachen zu können. Damit haben wir bisher insgesamt 1,37 Millionen Euro Spenden erhalten und das Meiste davon an Menschen in der Kunst- und Kulturarbeit weitergereicht. Viel mehr als je erhofft.

Kunst- und Kulturarbeit bedeutet für uns: Wir versuchen möglichst viele in diesem Metier im Großraum Stuttgart zu unterstützen. Das gilt für die Reinigungskraft in Live-Clubs und das Personal kleiner Bühnen ebenso wie für MusikerInnen, bildende Künstlerinnen oder auch Studierende in diesem Bereich. Kunst- und Kulturarbeit kann oft nur im Ensemble stattfinden. Ein Thekenmann ist also genauso wichtig wie ein Lichttechniker oder eine Sängerin. Sie kennen das: Wenn Sie an einer Theatertheke freundlich bedient werden, gehen Sie gut gelaunt zur Vorstellung, wovon wiederum die Mitwirkenden auf der Bühne profitieren. Alles muss zusammenpassen, ähnlich wie beim Fußball.

Gestartet haben wir unsere Initiative am 16. März 2020, wenige Tage vor dem ersten Lockdown. Für mich war das eine politisch motivierte Reaktion: Es war klar, dass die Schließung von Veranstaltungsorten viele Menschen in existenzielle Not bringen würde. Da ich selber seit langem Veranstaltungen organisiere, kenne ich die prekären Bedingungen im Kulturbetrieb. Die große Mehrzahl der Freischaffenden verdient durchschnittlich 1400 Euro brutto, Frauen noch weniger.

Gefragt war also Solidarität mit den Betroffenen. Das Ganze lief dann so: Ich habe ein paar Freunde angerufen, wir haben uns am 16. März zu viert mittags in einer Kneipe, im Brunnenwirt in der Altstadt getroffen und 5000 Euro zusammengelegt. Zu diesem Treffen hatte ich - neben Tom Adler und Goggo Gensch - auch Peter Jakobeit eingeladen, der einen Verein für das bedingungslose Grundeinkommen leitet. Dieses Thema interessierte mich zwar weniger, wir brauchten aber ein gemeinnütziges Vereinskonto mit der Berechtigung, Spenden anzunehmen und weiterzuleiten. Die Satzung ließ ich von einem Steuerberater prüfen, er gab grünes Licht.

Nun ging es uns nicht darum, nur Almosen zu sammeln und zu verteilen. Vielmehr wollten wir vor unserer Haustür ein kleines Zeichen setzen: Kultur ist nicht nur Kulturbetrieb. Kultur ist eine Lebensweise, und gute Kunst- und Kulturarbeit bedeutet in unserer Gesellschaft Bildungsarbeit und Aufklärung. Kunst darf von der Politik nicht nur als Vergnügen oder gar als Luxus betrachtet werden. Für eine demokratische, weltoffene Lebensweise ist sie unverzichtbar. Deshalb müssen wir unsere Kultur verteidigen. Sie wird nämlich seit Jahren angegriffen, von rechten Kräften mit allen möglichen Mitteln, etwa mit Anfragen in Parlamenten und Protesten bei Behörden, genauso mit rassistischer Hetze gegen unser ganz normales internationales Alltagsleben.

Unsere Art der Unterstützungen funktioniert sehr einfach: Peter Jakobeit uns unsereiner machen das Ganze zu zweit, wie haben eine Webseite und erhalten Mails mit Anfragen. Die prüfen wir so gut wir können. Die Betroffenen erhaltend dann finanzielle Hilfe sehr schnell, oft noch am selben Tag. Pro Anfrage gibt es zurzeit für Hauptberufliche meist 400 Euro, für Studierende 300. Wir handhaben das allerdings flexibel, je nach Notlage. Ebenso haben wir kulturelle Projekte auch mal mit fünfstelligen Summern unterstützt, um ihr Weiterleben zu sichern. Wir haben inzwischen etwa 3500 Überweisungen ausgestellt, rund 1000 Menschen direkt unterstützt und etliche Projekte gefördert.

Es gab in Stuttgart eine große Spendenbereitschaft. Privatleute, Unternehmen, Stiftungen. Eine große Anerkennung der Kultur. Natürlich war auch viel Öffentlichkeitsarbeit nötig, zum Glück habe ich ganz gute Kontakte zu Institutionen wie Staatsoper oder zu Medien, die unsere Sache verbreiteten. Da unsere Initiative in der Bundesrepublik ziemlich einmalig ist, berichtete zum Beispiel auch die Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" über uns. Das war sehr hilfreich, wenn sich Firmen nach unserer Seriosität erkundigten.

Wir erhielten Spenden von 5 Euro bis zu 90.000 Euro. Wie gesagt: Unser Konto leert sich jetzt rapide, wir haben noch ein paar Optionen. Am 7. und 8. Dezember z. B. findet im Theaterhaus Stuttgart die Benefiz-Show "Die Nacht der Lieder" statt, die ich seit 20 Jahren organisiere und deren Einnahmen diesmal an uns gehen."

Webseite: KÜNSTLER*INNENSOFORTHILFE STUTTGART





DIE NACHT DER LIEDER

ZUGUNSTEN DER KÜNSTLER*INNENSOFORTHILFE

Die 20. Beneziz-Show seit 2001 in der Reihe "Die Nacht der Lieder" findet nach der Pandemiepause im vergangenen Jahr am Dienstag, 7. Dezember, und am Mittwoch, 8. Dezember, im Theaterhaus statt. Noch gibt es Karten - und alle Einnahmen kommen in diesem Jahr unserer KÜNSTLER*INNENSOFORTHILFE STUTTGART zugute. Hier gibt’s die Tickets für den guten Zweck: KARTEN THEATERHAUS Auch telefonisch: 0711/4020720

 

Joe Bauer: Im Staub von Stuttgart - Ein Spaziergänger erzählt
 

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