Foto: © Drauz
Flaneursalon-Piraten


Foto: © Eberhard Rapp


Foto: © Drauz
Flaneursalon im Fluss

 
Lesersalon

Lesersalon

Beiträge schreiben

1 | 2 | 3 | 4 | 5 ... Ende


# 2898 | 07.12.2017 12:26:19 | Michael schrieb:
wir waren gestern wieder bei der Nacht der Lieder, sehr schön! Karten für nächstes Jahr sind gekauft.

Danke für die Veranstaltung
Joe:Stets zu Diensten ...

# 2897 | 05.12.2017 08:25:16 | Marie schrieb:
Guten Morgen, Joe,
Euch allen, die dabei sind, wünsche ich viel Spaß und Erfolg bei der Nacht der Lieder ... ich bin auch da. Und wir sehen uns beim Flaneursalon im Schlesinger.
Joe:Danke, Marie, sehr aufmerksam. Bis Dienstag nächster Woche ...

# 2896 | 29.11.2017 22:14:10 | Volker Bringfried schrieb:
Ich will (auch) Eisenbahn spielen
Eine Realsatire mit teilweise (noch) lebenden Personen

von Volker Bringfried

Involvierte Personen

Heinz D., nicht zu verwechseln mit Hein Otto Dürr, geb. 1933 in Stuttgart;
Lothar S., nicht zu verwechseln mit Lothar Späth, geb.1937 in Sigmaringen, gest. 2016 in Stuttgart; Erwin T, nicht zu verwechseln mit Erwin Teufel, geb. 1939 in Rottweil; von 1991 bis 2005 Ministerpräsident von Baden-Württemberg;
Günther O., nicht zu verwechseln mit Günther Oettinger, geb. 1953 in Stuttgart;
Winfried K., nicht zu verwechseln mit Winfried Kretschmann, geb. 1948 in Spaichingen, z.Z. Ministerpräsident in Baden Würtemmberg;
Fritz K., nicht zu verwechseln mit Fritz Kuhn, geb. 1955 in Bad Mergentheim, z.Z. OB in Stuttgart.
Wolfgang Drexler,
Rüdiger G., nicht zu verwechseln mit Rüdiger Grube, DB-Vorstandsvorsitzender;
Tanja G, nicht zu verwechseln mit Tanja Gönner, ehemalige Verkehrsministerin in Baden-Württemberg;
Volker K, nicht zu verwechseln mit Volker Kefer, dsvort. Es fehlen:

Kurt Georg K., nicht zu verwechseln mit Kurt Georg Kiesinger (1904-1988), von 1958 bis 1966 Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Hans F., nicht zu verwechseln mit Hans Filbinger (1913-2007), von 1966 bis 1978 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Der schreckliche Krieg war zu ende, endlich schwiegen die Waffen. Jetzt galt es, alles wieder auf zu bauen; auf bewährtem, auf deutsche Wertarbeit, „made in Germany“.
Die Buben mussten nicht mehr zur HJ, jetzt konnten sie nach vorne schauen, dorthin, wo ihre Träume sind.

In den ganz frühen Fünfzigern war es endlich so weit.
Verspätet, doch nicht zu spät, war (wieder?) an Spielen, vor allem technisches Spielzeug zu denken.
Heinz bekam endlich seine lang ersehnte Märklin-Eisenbahn geschenkt; zu Weihnachten, weil das so üblich war.
Seine engsten Freunde, jene aus der Schule, beneideten ihn. Vor allem dann, wenn er hin und wieder eines der Lokomotiven oder Wagen auf dem Pausenhof herumzeigte.
Wie gerne würden sie mit ihm „Eisenbahn spielen“.
„Nichts da!“ - gebot Heinzens Vater. Der – geleitet von Standesdünkel – verbot seinem Sohn, dass andere Jungs mit einem aus dem Hause D. zusammen „Eisenbahn spielt“.
Seine Schulkameraden waren neidisch, sehr neidisch. Und sagten/fragten ihre Väter „Ich möchte (auch) Eisenbahn spielen“.
Nichts da, anderes ist wichtiger: ein Kühlschrank, ein Radio, ein VW vor dem Haus, auf der Straße.

Die Schulzeit ging zu ende, den Freundeskreis sprengte es auseinander, die Jungs gingen in alle Richtungen; sie machten allesamt Karriere, wurden bekannt, weltbekannt und berühmt.
Dann – nach Jahrzehnten – trafen sie sich. War es bei einer wichtigen Tagung, bei einem internationalen Kongress, auf politischer Bühne? War es ein „Klassentreffen“ in geselliger Runde; war es bei einem Jagdausflug in den Wäldern rings um Sigmaringen, eingeladen vom dort lebenden Adel? Gar bei einer konspirativen Zusammenkunft im Hinterzimmer eines noblen Etablissements?

Jedenfalls: sie tauschten sich aus, sprachen über dieses und jens, über Tages- und internationale Politik. Dann – bei einem dieser Begegnungen kamen sie auf ihre Schulzeit zu sprechen. Und redeten dann sogleich über jenes unerfüllte Hobby „Eisenbahn spielen“. Dabei wurden ihre Kindheitsträume zu neuem Leben erweckt; sie wurden auf ihre alten Tage, auf dem Zenit ihrer Karrieren nochmal ganz jung, gar pubertierend-kindisch – wie das so oft bei älteren Herren ist, wenn sie ein Techtelmechtel mit einer jungen Frau inszenieren.
Jedenfalls drang zunächst nichts nach außen. Das, was sie ausheckten, ausbaldowerten, blieb erst mal unter sich.

Das wärs: endlich können sie es sich leisten, endlich „Eisenbahn zu spielen“. Richtig in Fahrt gekommen, ob vom Trollinger oder von anderen Dingen, gab ein Wort das andere. Und gingen dabei ins Detail......

„Alles schön und gut, aber es gibt keine Dampflokomotiven mehr!“
„Eigentlich schade, so ganz ohne Dampfloks.“
„Dafür sind die neuen ICEs viel, viel schneller.“
„Dann braucht alles riesengroße Kurven, mit riesengroßen Radien.“
„Aber viele Tunnelbauwerke ermöglichen viele Varianten des Betriebsablaufs.“
„Züge verschwinden unter der Erde, tauchen irgendwo wieder auf.“
„In vielen verschiedenen Ebenen, kreuz und quer; nebeneinander, übereinander.“
„Und als zentralen Schnittpunkt wird ein großer unterirdischer Verschiebe-Bahnhof gebaut.“
„Wir konstruieren das so, damit sich alles im Kreis dreht – ohne, dass es auffällt.“
„Das wird, wie wir „Sieben Schwaben“ es wollen, alles rotiert im Kreis!“
„Wir sind doch gar keine sieben“.
„Dann holen wir weitere ins Boot, den Winnie oder das Fritzle!“
„Genau, die machen gerne mit!“
„Alles in naturnahem Maßstab. Nicht in „H0“, sozusagen in 1 : 87; auch nicht im Maßstab 1 : 48 – das ist „0“, oder in 1 : 32, also „1“; oder gar in 1 : 22,5 – also „2“. Nein! 1 zu 1 muss es sein!“
Also nichts virtuelles, sondern in realer Grüße 1 : 1. Koste es, was es wolle!

Gesagt getan; die Männer mit ihrem ungebremsten Tatendrang, wollten endlich den Olymp ihrer Karriere erklimmen.
Und so machen sie weiter, bis ans Ende ihrer Tage, koste es, was es wolle: ihr immer nur geträumtes „Eisenbahn spielen“ ist realität geworden!

Wird fortgesetzt – die Story „Das Spiel mit der Eisenbahn“.
Joe:Kleine Anmerkung zum Plot: Die wollen nicht "Eisenbahn spielen", sondern Immobiliengeschäfte machen ...

# 2895 | 28.11.2017 14:13:21 | Ingrid von Staden schrieb:
Hallo Joe Bauer,
sehr gute Kolumne. Danke. Habe allerdings die "Signale" vermisst. Sehr sogar. War das Absicht wegen des eh schon musikalischen Inhalts, oder?
Joe:Nein, das war schlicht und einfach ein Kopierfehler ... jetzt ist der Song wieder drin.

# 2894 | 27.11.2017 09:28:08 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
@2893

Lieber Wilfried,

Samstag Nachmittag, ich komme nicht völlig unzufrieden vom Kickersplatz, höre ich im Autoradio vom 4:0. Ich denke noch, da wird sich der Wilfried aber freuen. Ungefähr eine Stunde später, ich laufe in der Bahnhofswirtschaft in Süßen ein, sehe ich gerade noch die letzten beiden Schalker Tore... Wenn Du mich nach Ergebnissen vom vorvergangenen Spieltag fragst, bin ich in der Regel völlig blank. Aber ich glaube, das und die Umstände darum merke ich mir eine Weile.

Lieber Wilfried,
wir gehen doch nicht zum Fußball (schon gar nicht zu dem auf der Waldau). Uns reicht’s doch, bescheiden, ein vermaledeites Derby einfach mal ganz ordinär zu gewinnen. Der Rest ist Gedöns... aber das Rückspiel kommt. Ganz bestimmt!

# 2893 | 26.11.2017 18:44:01 | Wilfried Harthan schrieb:
@ #2892 und 2892/JB

Lieber Uwe,

hast du auch einen Zauberspruch für Schwarzgelb?

Ich verstehe dieses Derby nicht, weder die erste noch die zweite Halbzeit. Die schon gar nicht. Es gibt nur eine Erklärung: das ist Fußball, und dehalb gehen wir hin.

Ja, ja, ich weiß, ich weiß ...

# 2892 | 25.11.2017 10:29:32 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
„Walle! Walle / Manche Strecke, / Daß, zum Zwecke, / Wasser fließe, / Und mit reichem, vollem Schwalle /
Zu dem Bade sich ergieße.“ (Goethe, Der Zauberlehrling)

Nun weiß ich natürlich selbst und bin darob rechtschaffen zerknirscht,

sehr verehrte Damen, sehr geehrter Herren,

dass sich die Verknüpfung des „Zauberlehrlings“ mit unserem heutigen Spiel gegen Walle Walldorf zunächst allein meinem unglückseligen Hang zu Laut- und Vokalassoziationen sowie zu desperaten Gedankensprüngen verdankt. Welchselbig fatale Neigung ich hierorts auch schon angesprochen habe in der Hoffnung auf Rat, Zuspruch und Ermutigung Ihrerseits. Aber diese Hoffnung war natürlich für die Katz. Habe ich schon einmal erwähnt, dass zu Schul- und Studienzeiten mein Kampfname „Die Katze“ war? Nein? Nun, macht ja nichts.

„Zunächst“, so schreibe ich. Denn bei näherem Hinsehen und unter Anwendung einiger hermeneutischer Kunstgriffe ist es möglicherweise von den Kickers zum Zauberlehrling und umgekehrt gar nicht so weit. Mag man in dem Bad, das sich der naiv-größenwahnsinnige Zauberlehrling gedenkt bereiten zu lassen, nicht die Zweite Liga erkennen, in die die Kickers ja, wie es der Volksmund hie und da will, gehören? Und ersaufen wir nicht allzu oft im eigenen Ungenügen, weil das Zauberwort wir vergessen haben? Und macht sich nicht pure Verzweiflung breit, da uns das Wasser bis zum Halse – und darüber hinaus – steht?

Während ich dies schreibe, geht, der Ballade durchaus angemessen, ein winterlicher Landregen hernieder. Das passt. Der B-Block wird im Regen stehen. Das tut er freilich auch bei Sonnenschein. Kein Grund, nicht zu erscheinen!

Stuttgarter Kickers vs. Astoria Walldorf
Kickersplatz auf der Waldau
25.11. 2017, 14 Uhr
Joe:Bei allen Teufeln! Des großen Zauberlehrlings Beschwörung hat geholfen: Pfeifer mit zwo f liefert aus dem Dunkel der Hölle ein 4:1.

# 2891 | 22.11.2017 07:58:41 | Diana schrieb:
Lieber Joe,
Weil es sich auf facebook so schnell abgreift und ich es doch eher in den virtuellen Stein Deiner Homepage meißeln möchte:
Gestern Morgen erhielt ich um 9 Uhr 27 von einem Freund, den ich mindestens zweimal die Woche in meinem Laden sehe und der eigentlich zu dieser Zeit schon Menschen in Hals, Nasen und Ohren schaut, eine SMS: "Joe Bauer, heute, Gruß". Ich antwortete: "schon gelesen, hervorragend."
Diesen irre-irrealen Taumel, in dem wir uns politisch befinden, und aus dem man vor lauter Fremdschämen gar nicht mehr herausfinden mag - du hast das einmalig gut in Worte gefasst. Hervorragend. Danke.
Und was die Flaneursalons betrifft: die Einladung zu uns steht schon mal. Und da wird dieser Text gelesen. Klar?
Joe:Herzlichen Dank, Diana, wird gemacht ...

# 2890 | 20.11.2017 11:18:07 | Michael Schmid schrieb:
Hinter dem Link zum Manuskript verbirgt sich nicht ein solches sondern ein Clip zu Liszt und Chaplin. Ist das gewollt?
Joe:Danke - versehentlich hatte ich den Link zur Musik zum Tag der vorherigen Depesche kopiert.

# 2889 | 18.11.2017 14:49:23 | Wilfried Harthan schrieb:
1874. Depesche vom 18.11.2017

"Im Oktober 2018 feiern wir „20 Jahre Flaneursalon“ - und dann ist Feierabend."

Wie Feierabend ???
Joe:Dann gibt es keine regelmäßigen Flaneursalon-Abende mehr. Höchstens hie und da mal was Kleines auf Einladung oder so.

1 | 2 | 3 | 4 | 5 ... Ende
 


Hier Ihr Beitrag:








© 2007-2018 AD1 media ·