Bauers Depeschen


Dienstag, 12. Juli 2016, 1652. Depesche


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AM SAMSTAG GROSSE DEMO: Der 10000000000-Euro-Betrug

Das Immobilienprojekt Stuttgart 21 wird zur erwarteten Chaos-Veranstaltung. In dieser Woche, am 16. Juli, findet angesichts der jüngsten Entwicklungen eine große Samstagskundgebung gegen den 10000000000-Euro-Betrug auf dem Schlossplatz statt. Beginn 13:30 Uhr. Es reden Winfried Wolf, Hannes Rockenbauch und unsereins. Stefan Siller spricht ein Grußwort, Angelika Linckh moderiert. Musik machen die Trommlergruppe Banda Maruca und das großartige Funk-Jazz-Trio des Akkordeonisten Aleks Maslakov.



SCHMUDDEL-BANKETT

Am Samstag, 20. August, machen wir wieder unser Schmuddel-Bankett in der Leonhardstraße. Live-Musik u. a. mit Steve Bimamisa & Freunden. Feste Nahrung & Sanfte Flüssigkeiten. Denkanstöße.



Der Klick zum

LIED DES TAGES



Noch eine kleine Glosse:



FRAGE DER HALTUNG

Bei jedem großen Fußballturnier nutzen Feuilletonisten die Chance, Brücken zwischen Ball- und Bühnenspiel zu schlagen, gewissermaßen den Kick im Welttheater zu entdecken. Und zweifellos gibt es Spieler mit einer so genialen Motorik, die sie auch zu Tanzstars machen würde. Dies beweisen nicht nur ihre eingeübten Choreografien beim Torjubel.

Umgekehrt führen uns seit geraumer Zeit – vor allem bei der jüngsten Europameisterschaft in Frankreich – Kommentatoren und Experten des Fußballfernsehens ihren Scharfsinn auf einem Gebiet vor, das lange eher Tänzern und Schauspielern, Komikern und Pantomimen vorbehalten schien.

So gut wie immer wenn sich Moderator und Experte, die Buddy-Paare des Sofakinos, über ein Match auslassen, analysieren sie mit großer Geste die „Körpersprache“ der Spieler. Ohne auch nur anzudeuten, was sie tatsächlich gesehen haben, heißt es dann: „Ihre Körpersprache zeigt deutlich, dass sie am Ende sind ...“ oder: „Die Körpersprache ist jetzt eine ganz andere ...“ Das läuft in den Dialogen des Berufskomikers und Moderators Oliver Welke mit dem Ex-Spieler Oliver Kahn im ZDF kaum anders als in denen des Möchtegern-Komikers Matthias Opdenhövel mit dem Ex-Spieler Mehmet Scholl in der ARD. Vor allem die Experten, die Ex-Kicker und Frührentner, übersetzen nicht nur dann die Körpersprache, wenn sich der Bundestrainer Joachim Löw vor laufender Kamera in die Hose greift, um sein Gemächt besser zu positionieren. Oder sich auf dem Spielfeld versehentlich ein Stinkefinger in den Abendhimmel reckt.

In den Laberrunden der TV-Duos tritt Scholl auf, als könne er selbst noch im versteinerten Gesicht eines Buster Keaton lesen, ob der sich gerade einen Muskelfaserriss zugezogen hat. Dabei muss man wissen, dass die TV-Analytiker selber zum Sprechen vorwiegend noch übliche Werkzeuge wie Stimmband und Zunge benutzen – auch wenn man für die Absonderung ihrer Botschaften gelegentlich andere exponierte Körperteile besser geeignet scheinen.

Das Fußballfernsehen steht nur symbolisch für einen Trend. Tatsächlich gilt die Körpersprache schon lange als Hype der Psycho-Branche. Das Leben ist eine Frage der Haltung – wenn es um Kohle geht.

An jeder Ecke versprechen Coaches potenzieller Kundschaft, Karrieren mit den Mitteln nonverbaler Verständigung voranzutreiben. Ihr Angebot zielt nicht etwa nur auf professionelle Pokerspieler, die hinter verspiegelten Sonnenbrillen in der coolen Gestik und Mimik ihrer Gegner alles über Trümpfe und Luschen lesen. Auch der Durchschnittsmensch soll lernen, welche Signale der große Chef sendet, wenn er sich beim Vorstellungsgespräch an die Nase fasst oder die Arme verschränkt. In beiden Fällen stehen die Zeichen übrigens schlecht: Nach landläufiger Lehre, die man zuhauf im Internet findet, sind Zweifel und Ablehnung angesagt.

Echte Experten warnen indes vor vorschnellen Deutungen: Die Körpersprache erzählt in unterschiedlichen Regionen und Zivilisationen von verschiedene Dingen. Während etwa übereinandergeschlagene Beine bei uns eine gewisse Gelöstheit ausdrücken, sind sie für viele Araber eine Beleidigung: Die Fußsohle gilt ihnen als schmutzig. Was die Sohle wiederum im Fußball erzählt, weiß Mehmet Scholl. Und damit gebe ich Fersengeld.

 

im Nordbahnhof-Areal
 

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