Bauers Depeschen


Montag, 02. Mai 2016, 1624. Depesche


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SCHWARZWALD-AUSFLUG

Am Freitag, 6. Mai, ist der Flaneursalon im Freien Theater Bad Liebenzell. Mit Zam Helga, Ella Estrella Tischa, Michael Gaedt. Am Tag zuvor ist Himmelfahrt - also vielleicht Zeit für einen schönen Schwarzwald-Ausflug. Hier gibt's Karten: FREIES THEATER.



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LIED DES TAGES



Die aktuelle StN-Fußballkolumne:



MISSETÄTER SEELER

Weil es der Tag der Arbeit war, suchte ich eine Weile nach Texten über die Anfänge des deutschen Fußballs. Das Spiel aus England galt der Arbeiterbewegung auch noch nach dem Ersten Weltkrieg als viel zu bürgerlich. Von den 1899 gegründeten Stuttgarter Kickers etwa wissen wir, dass sie Fußball als Elitesport pflegten und ihren Nachwuchs „Zöglinge“ nannten. Der Fußball hat hierzulande kaum proletarische Wurzeln.

Bei dieser Gelegenheit darf ich voller Stolz mitteilen, dass der Nobelclub Stuttgarter Kickers dank eines 1:0 gegen Halle kurz vor Saisonende den Klassenerhalt in der 3. Liga fast sicher hat. Das ist erfreulich, weil deshalb nach dem bereits feststehenden Drittliga-Abgang des VfB II nicht mehr alle drei Stuttgarter Berufsfußball-Teams absteigen können. Beim etwas besser bezahlten VfB in der ersten Liga ist ja noch alles drin.

Beim Blättern in der deutschen Fußballgeschichte fand ich im Blick auf die aktuellen Schlagzeilen einen interessanten „Zeit“-Artikel von 2007. Darin geht es unter anderem um das Ziel des einstigen Arbeiter- Turn- und Sportbunds (ATSB), seinen Mitgliedern nicht nur Leibesübungen, sondern auch sozialistisches Gedankengut zu vermitteln. Der ATSB akzeptierte Fußball in seinen Reihen erst ab 1921.

Damit zu einer Anekdote, die nach meinem Gefühl die Gegenwart streift: Im Februar 1932 wechselt der junge Hafenarbeiter Erwin Seeler vom FC Lorbeer 05 zu Viktoria Hamburg. Dadurch handelt er sich schwere Vorwürfe wegen mangelnden Klassenbewusstseins ein: Seeler, der spätere Vater der HSV-Ikone Uwe, verlässt den linken ATSB, um sich aus materiellen Gründen einem Club des konservativen Deutschen Fußball-Bunds (DFB) anzuschließen. Dieser Laden wurde später ja vor allem durch Korruptionsaffären bekannt.

84 Jahre nach Papa Seelers Missetat meldet „Spiegel online“: „Mats Hummels ist von Dortmunds Fans wegen seines geplanten Wechsels zu den Bayern mit Pfiffen und kritischen Plakaten empfangen worden.“ Zwar handelt es sich bei den Hummels-Gegnern nicht um „Dortmunds Fans“, sondern nur – Sprache ist trügerisch – um einen kleinen Prozentsatz der Dortmunder Anhänger. Zweitens aber dürfte auch bei der Aufregung um den Borussen-Kapitän das soziale Bewusstsein wieder eine Rolle spielen. Der Rauch des Kohlenpotts wird sich wohl nie so nachhaltig verziehen, dass die Traditionalisten unter den BVB-Fans den Münchner Bazi-Club nicht auch außerhalb des Stadions als Klassenfeind sehen würden. Daran ändert auch der Turbokapitalismus im eigenen Stall nichts. Und die Tatsache, dass sich der BVB fast genauso weit von der Holzklasse der Liga abgesetzt hat wie die Bayern, wird die Dortmunder Fans eher noch ermuntern, ihr Lied zu singen: „Bayern, who the fuck is Bayern?“

Auf die Schere zwischen den beiden Topclubs München und Dortmund an der Spitze und der Resterampe der Liga reagiert das Magazin „11 Freunde“ in seiner Mai-Ausgabe mit dem radikalen Titel: „Vergesst die Bundesliga!“ Dazu gibt es eine Graswurzel-Geschichte zum Thema „Hier kommen die Amateure!“

Unterdessen mühen sich die Medien ab, mit aufgeblasenen Berichten über sogenannte Fan-Skandale wie im Fall des BVB-Stars oder des Zwergenaufstands bei der Partie Darmstadt gegen Frankfurt den abgehalfterten Liga-Laden am Laufen zu halten. Bei der Beleuchtung des Kollaborateurs Hummels gibt es im Zweifelsfall noch einen Nachschlag über seine Ehefrau, eine Ex-„Miss FC Bayern“ mit Einträgen im Sexualkundeheftchen „Bravo“.

Auch die ständigen Verweise auf den so unfassbar spannenden Abstiegskampf sind kalter Kaffee: Vom VfB ist man das Gegurke im Tabellenkeller längst gewohnt, und Hannover habe ich zuletzt wahrgenommen, als in dieser Stadt Obamas TTIP-Techtelmechtel mit Merkel ein paar peinliche Bilder hergab.

Vergesst die Bundesliga! Zumindest bis heute Abend beim megageilen-voll­krassen-Abstiegskracher-Klassiker Fisch Bremen gegen Lampen VfB.



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