Bauers Depeschen


Samstag, 12. Juli 2014, 1317. Depesche


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LIEBE GÄSTE,

nachträglich habe ich die Faneursalon-Besetzung aufgestockt. Wir lassen, weil es zuletzt doch eine sehr schöne Sache war, nochmal die Familien-Bande auf die Leute los:



FLANEURSALON IM THEATERHAUS

Uta Köbernick. Ella Estrella Tischa & Zam Helga. Roland Baisch & Sam Baisch. Toba Borke & Pheel. Sie alle treten am Montag, 13. Oktober, im Flaneursalon auf. Schauplatz: THEATERHAUS. Der Vorverkauf läuft. Kartentelefon: 07 11/4020 720.



SUPPENKÜCHE IN DER ALTSTADT

Samstagnachmittag, 11. Oktober. Essen und Live-Musik am oberen Ende der Leonhardstraße (Rondell).



Der Klick zum

LIED DES TAGES

(Charlie Haden +)



BEITRÄGE schreiben im LESERSALON



Die aktuelle StN-Kolumne:



DIE HEILIGEN

Schwer zu beschreiben an dieser Stelle, was mir durch den Kopf geht, wenn ein hundertzwanzig Meter langer, ­zweitausend Tonnen schwerer Macho­-Bohrer „Suse“ heißt. Als das ­Monstrum diese Woche auf dem ­Fasanenhof zur ­Eröffnung des ­Fildertunnels getauft wurde, stieg die ­„Sause für Suse“. Ein Bayer in Amerika würde sagen: Bussi für Pussy.

Es wäre sinnlos, den lieben Gott in ­meinem privaten Notfall um Nachhilfe zu bitten: Herr, schmeiß Hirn ra! Oben herrscht Personalnot. Im ­Auftrag des Herrn waren ja bereits zwei seiner ­Stellvertreter, nämlich zwei Pfarrer, an Ort und Stelle, um der Wahnsinns­schraube aus dem Hause ­Herrenknecht ihren Segen zu ­geben.

Die von allen heiligen Ungeistern ­befruchtete Taufe des Fildertunnels für Stuttgart 21 auf dem schönen Fasanenhof stellte vorübergehend­ fast die Schlagzeilen ­unserer Fußballgötter in den Schatten. Die Herrschaften aus Politik und Wirtschaft ­vergaben praktisch keine entscheidende ­Chance, auf dem Feld der Propaganda ihren persönlichen Tor-Erfolg ­aufzuwerten. Die Ehefrau des weithin ­unbekannten SPD­Finanzministers Schmid spendierte unterdessen ihren berühmten Vornamen. Das geplante, zehn ­Kilometer lange Loch zur Verbindung unterirdischer Stuttgart-21-Stationen heißt jetzt ­Tülay-Tunnel. Als wär’s ein Trick von Özil. Herrenknechts Torpedo ist eine Frau.

Aus medizinischem Selbstschutz, übernächtigt vom Fußball, war ich nicht bei der Bergarbeiterpredigt auf den ­Fildern, sah aber auf Fotos und Videos, wie die fromme Gemeinde, darunter der Bahnchef Grube und der grüne OB, die ­Heilige Barbara ­herumreichten, als wäre sie eine Spielerfrau auf einer Sponsorenparty. ­Anders als die ­Ikone ­Tülay war Frau Barbara zum Glück nicht echt, ­sondern aus Holz geschnitzt. Was der Schutzpatronin der Bergleute allerdings auch keine nennenswerte Würde verlieh. Ist auch schwer bei einer schwarzen Messe mit grün-roten Ministranten.

Die Organisation Theolog_innen gegen Stuttgart 21wirft der Evangelischen Landeskirche vor, mit der Tunneltaufe eine „gotteslästerliche Zwitterveranstaltung“ zu unterstützen: eine politische und „pseudo­religiöse“, ­„götzendienerische“ Werbeaktion für Stuttgart 21. Neben dem katholischen ­Diakon Peter Maile segnete nämlich auch der evangelische Pfarrer ­Romeo Edel ­Gläubige und Gläubiger auf der Weih­wasser-Orgie. Bekanntlich haben Protestanten im Gegensatz zu ­Katholiken mit Heiligen nichts am Hut und wedeln auch nicht mit dem Pinsel. Sie würden eine ­Kirche niemals St. Barbara nennen, wie man das seit Jahrhunderten in Hofen am Neckar macht (ohne dass in ­diesem recht tief liegenden Stadtteil je größere Bergbauarbeiten ­beobachtet ­worden wären).

Auf den Fildern wird eines Tages ­geschrieben stehen, was uns „Bild“ bei der Rettung der Kumpel von Lengede ins ­Gedächtnis stanzte: „Gott bohrte mit“.

Damit sind wir beim Fußball. Wir, also Sie und ich, haben keine Chance mehr, am Sonntag nicht Weltmeister zu werden. Gott wird uns nicht helfen, und auch nicht ­Maradona, sein Chef. Ich lag auf den Knien, den heiligen Messi auf meinem Altar, als ich diese Geräusche hörte. Sie waren neben mir, unter mir, überall. Draußen, über den ­Wolken, erklang die Stimme Reinhard ­Meys: „Ob im größten Saal, ob im kleinsten Zimmer: / Irgendein Depp bohrt irgendwo immer! . . . / Ohne Sinn und Verstand, dafür brutal und roh / Irgendein Depp bohrt ­immer irgendwo.“



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