Bauers Depeschen


Dienstag, 27. Mai 2014, 1292. Depesche


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Die StN-Kolumne, ein Nachruf



DER FREUND

Es gibt Momente, in denen die wichtigen Tage in der Stadt für den Kolumnen­schreiber nicht mehr so wichtig sind. Was ist schon wichtig.

Es war vergangenen Samstag, am Vor­mittag regnete es kräftig, als wir gerade dabei waren, den Krimskrams für das Schmuddel-Bankett in der Leonhardstraße, unser Altstadt-Fest im Freien, zusammen­zu­tragen. Die amerikanische Sängerin ­Dacia Bridges, für einen kurzen Auftritt eingeplant, rief an und sagte, ein Unglück sei geschehen, ihr Freund Nobbe K. habe eine Herzattacke erlitten. Es war etwas laut auf der Straße, früher Lieferverkehr, nicht alles war am Telefon zu verstehen, und ich sagte: Wie geht es ihm?

Das war keine gute Frage. Nobbe K. war tot. Als die Sängerin das Wort ausgesprochen hatte, begriff ich nicht, ich hatte sie falsch verstanden. „Bad“ hatte ich gehört, nicht „dead“.

Tot. Konnte nicht sein. Nobbe K. war ja immer da, immer präsent, wo die Musik war in der Stadt, und er war erst fünfundfünfzig. In der Stuttgarter Musikszene kannte den Fotografen Nobbe K. so gut wie jeder, junge Leute, ältere. Er war nicht nur ein guter Fotograf, er war Lebensbegleiter, Berater, Freund. Der gute Geist, eine Seele hinter der Bühne, im Proberaum, auf Tour. Für jüngere Musiker auch ein Mentor, ein Mann mit Erfahrung.

Manchmal, mitten im Konzert, stand er mit seiner Kamera wie aus heiterem Himmel mitten auf der Bühne und verschwand so schnell, dass man glauben musste, er sei selbst Musiker, gehöre dazu wie der Joker zu einer Show. Er hatte sein eigenes Instrument, die Kamera, und mit ihr schuf er einen eigenen Stil.

Mit bürgerlichem Namen hieß er Norbert Künnemeyer, geboren am 2. Oktober 1958 in Bielefeld, als Zweijähriger in Stuttgart gelandet. Irgendwann war er für alle der Nobbe. Markenzeichen: „Nobbe K. Pictures“. Lange war er mit den Fantastischen Vier unterwegs, dokumentierte ihre Touren, ihre Shows. Etliche Jahre arbeite er als rechte Hand für ihren Manager Andreas „Bär“ Läsker. Es gibt die kleine Anekdote, wie eines Tages der Merchandising-Mitarbeiter der Fantas verschwunden war, weil ihn die Polizei für längere Zeit gebucht hatte. Wenig später stand Nobbe am Souvenir-Stand und regelte die Dinge.

Er war, wie gesagt, immer da. Tag und Nacht. Man kennt seine Bilder vom Nachtleben, die Nightlife-Fotos. Und er hatte ein Auge für die skurrilen Dinge in der Stadt. Den geschlossenen Kiosk mit dem heruntergelassenem Rollladen und darüber das Schild „Hier gibt’s“. Nichts ist nicht immer nichts.

Zuletzt arbeitete er selbstständig, war gerade dabei, sich eine gute neue Basis aufzubauen. Er war ein harter Arbeiter, ein Perfektionist, sagt sein Zwillingsbruder Albert „Ali“ Künnemeyer. Reich wird man nicht, wenn man es macht, wie es Nobbe gemacht hat. Wenn man erst an die Freunde, an die Kunden denkt, und nur bedingt an die Kohle.

Die Trauerfeier für Nobby K. findet an diesem Freitag statt, um 12 Uhr in der Feierhalle/Krematorium auf dem Pragfriedhof. Zu wünschen ist, dass wir in absehbarer Zeit eine Ausstellung mit Arbeiten aus ­seinem Nachlass zu sehen bekommen.

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