Bauers Depeschen


Montag, 12. Mai 2014, 1284. Depesche


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Betr.: Flaneursalon live: Karten jetzt auch bei Ratzer

WERTE GÄSTE,

am Mittwoch, 28. Mai, ist der Flaneursalon wundersamerweise zum ersten Mal im altehrwürdigen Laboratorium in der Wagenburgstraße - aber der Vorverkauft läuft leider nicht gut. Vielleicht lässt sich da noch was machen, im roten Osten der Stadt. Wir haben eine schöne Besetzung: Der Sänger und Akkordeon-Virtuose Stefan Hiss bringt noch zwei Kollegen mit, darunter seinen Sohn Joscha Brettschneider an der Gitarre. Die Sängerin Dacia Bridges ist mit ihrem Gitarristen dabei, und mein alter Freund Roland Baisch mischt als Joker mit. Karten gibt es via LABORATORIUM im Internet - und jetzt auch im Plattencafé Ratzer im Leonhardsviertel.



BLOCKUPY IN STUTTGART

Zum ersten Mal findet eine Blockupy-Demo mit Kundgebungen in Stuttgart statt, und zwar am Samstag, 17. Mai (gleichzeitig mit Veranstaltungen in Berlin, Hamburg und Düsseldorf). Thema: "Für ein Europa von unten". Start ist um 12 Uhr in der Lautenschlagerstraße am Bahnhof. Dort sage ich ein paar Worte.



WEITERE TERMINE

> SAMSTAG, 17. MAI, 20 Uhr: 110-Jahr-Jubiläum in Stuttgarts ältestem Autohaus: Albrecht & Deffner, Alexanderstraße 36, am Olgaeck. Eine Mix-Show mit Ausflügen in die Stuttgarter Historie. Mit Michael Gaedt als Conférencier, Malte Jürgens (Motor-Redakteur), Joe Bauer und den Bands Anjabelle (Anja Binder) und Grachmusikoff. Karten gibt es bei ALBRECHT & DEFFNER.

> DIENSTAG, 20. MAI, 19.30 Uhr: DIE PAPIERTIGER erstmals im Café Galao am Marienplatz. Lesung mit Liedern. Mit Wiglaf Droste, Joe Bauer und Roland Baisch & The White Tigers. Eintritt frei. Einlass ab 18 Uhr.

> SAMSTAG, 24. MAI, 14 bis 20 Uhr: 1. Stuttgarter SCHMUDDEL-BANKETT im Leonhardsviertel. Motto: "Die Altstadt darf nicht vor die Hunde gehen!" Essen unter freiem Himmel, Live-Musik, Aktionen. Bei Regen im Sieglehaus (Galerie Kunstbezirk).





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Die StN-Fußball-Kolumne

 

DIE UNRASIERTEN

Es ist alles vorbei, und alles geht weiter. Huub Stevens ist nicht mehr da, er war aber, wenn ich es richtig mitgekriegt habe, schon weg, bevor er ging. Der VfB macht wie ­gewohnt dort weiter, wo er sowieso nie aufgehört hat. Eisern hält er an Fredi Bobic fest, egal, welche gestrigen Ego-Methoden der Manager pflegt. In dem Cannstatter Vorstadtclub herrscht ein vereins­meierisches Traditionsbewusstsein, wie man es nicht beim härtesten Karussellbremser auf dem benachbarten Wasen vermutet.

Die Erstliga-Saison 2013/14 ist im Nachhinein schwer zu beurteilen, es interessiert sich ohnehin kein Schwein mehr dafür. In vier Wochen beginnt die WM in Brasilien, und ob wirklich alles rechtzeitig anfängt, ist noch gar nicht sicher. Im WM-Land gibt es Baupannen mit Zeitverzögerungen, wie wir sie in Deutschland zum Glück nicht kennen. Um die Fertigstellung seines bescheidenen Quartiers zu garantieren, erwägt der DFB, führende Köpfe des Berliner Flughafens, der Hamburger Elbphilharmonie und von Stuttgart 21 an den Zuckerhut zu senden.

Man hört auch, das Klima zwischen Brasiliens Regierung und der ehrenwerten Fifa-Gesellschaft sei vergiftet, und diese Nachricht trifft uns so überraschend wie die atmosphärische Störung beim FSV Mainz 05. In der Karnevalshochburg irritiert aus­gerechnet ein Trainer die Leute, der im Grunde alles hat, was einen zeitgenössischen Sieger ausmacht. Er trägt Bart, und zwar im Gesicht. Außer Sepp Guardiola und Conchita Wurst haben sich das seit Barbarossa und Paul Breitner nur wenige Männer vor großem Publikum getraut.

So wundert es nicht, wenn der Mainzer Trainer Thomas Tuchel von seiner Nobody-Rolle in Rheinland-Pfalz den Schnauzer voll hat. Zwar ist er mit seinem Team in einen Europokal-Wett­bewerb eingezogen, allerdings in einen, der bei uns weniger Aufmerksamkeit erregt als ein Fracking-Pups des schwäbischen EU-Kommissars Günther Oettinger in Brüssel. Die Europa League ist ja eher geschaffen für Clubs wie den VfL Wolfsburg, den auch in der nationalen Liga keiner sehen will.

Wenn wir schon dabei sind. Der HSV geht mit einem in Hannover gescheiterten Trainer namens Slomka in die Relegation, und man versinkt in tiefe Trauer bei dem Gedanken, dass den HSV einst Ernst Happel und Branko Zebec, die heiligen Legenden des Unrasiertseins, trainierten.

Fußball ist dennoch eine schöne, eine völkerverbindende Sache, wenn man sieht, wie sich der Spanier Guardiola in bayerische Lederhosen zwängt, als wäre er ein Stuttgarter Bierzelt-Milchbart, während der Brasilianer Dani Alves beim FC Barcelona in aller Ruhe die ihm von einem Vollidioten zugeworfene ­Banane verspeist.

Bei allem Misstrauen gegen die Mega-Events: Von Pop und Fußball kann man lernen, wie die Politik der Massen im Netz funktioniert. Das große Votum für Österreichs bärtige Diva Conchita Wurst alias Thomas Neuwirth beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen war im Grunde eine ähnliche Demonstration gegen den menschenverachtenden Umgang mit Minderheiten wie die antirassistische Solidarität mit Dani Alves. Da spielt es keine Rolle, ob ­Alves’ Aktion von Marketing-Typen geplant war. Es ist im Übrigen eine Binsenweisheit, dass Pop seit jeher die Geschlechter­rollen neu definiert, ob mit Marlene Dietrichs Hosenanzügen, ­David Bowies androgynen Schock-Kostümen oder Conchita Wursts Transenlook.

Trotz aller Verirrungen spiegeln Pop und Fußball immer auch ein Leben, wie es sein könnte. Nach ihrem letzten Auftritt gegen den mit Geld überschwemmten Plörre-Club RB Leipzig entrollten die Spieler der Stuttgarter ­Kickers ein Transparent für die Fans: „Gemeinsam vom Tabellenkeller in den DFB-Pokal. Danke“. Na bitte.



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