Bauers Depeschen


Freitag, 12. Juli 2013, 1142. Depesche


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Geduld, ohne Spott geht es demnächst weiter.





LIEBE GÄSTE,

wegen einer Entzündung in Arm und Schulter hat mir der Arzt geraten, eine Weile nicht zu tippen - jedenfalls nicht auf Tastaturen. Deshalb gibt es bis zum kommenden Mittwoch keine neue StN-Kolumnen, danach starte ich wieder. Bis dahin eine kleine Geschichte, die das Leben schrieb. - Wer den Beitrag über den Flaneursalon am Fluss in der SWR-Sendung "Nachtkultur" vom vergangenen Donnerstag sehen will, kann hier klicken:

FLANEURSALON AM FLUSS





Der Klick zum

LIED DES TAGES



FLEDERMÄUSE

Die Sonne war schon aufgegangen, als mir diese Dame am Telefon sagte, in der Nacht sei sie von einer Fledermaus überfallen worden. Ich sagte: wo?, und sie sagte schluchzend: im Bett.

Da ich mich an merkwürdige Menschen in der Stadt gewöhnt habe, versuchte ich, die Sache herunterzuspielen. Ob der Fall vielleicht etwas mit dem Unterbewussten zu tun habe, fragte ich. Womöglich mit etwas Sexuellem. Das war Fürsorge. Sie wurde wütend, und ich spürte, wie mein schmales Damen-Konto weiter in den Keller rutschte.

Ich habe noch nicht die ganze Affäre erzählt. Sie habe bereits geschlafen, als die Fledermaus im Flug ihr Gesicht gestreift habe, sagte die Dame. Sie habe sich schrecklich gefürchtet. Nachdem sie ohnmächtig geworden sei, habe sie blutige Albträume gehabt. Bis ins Morgengrauen sei sie von der Fledermaus gebissen worden. Wo hat dich die Fledermaus gebissen?, fragte ich. Wieder ein Fehler. Anscheinend gibt es ein Gesetz, wonach es verboten ist, eine Dame zu fragen, wo die Fledermaus sie gebissen hat. Ich landete auf der Nichtbeachtungsliste.

Der Fledermaus-Überfall hatte sich im Süden der Stadt ereignet, und der Fall machte mich neugierig. Ich erfuhr, dass überall in der Stadt Scharen von Fledermäusen Wohnungen heimsuchen. Sie überfallen nicht nur Damen. Ein Kollege erzählte, er habe an einem Tag zehn Fledermäuse von der Wand gepflückt. Sie kommen durchs Fenster, durch Türen, durch jede Ritze.

Mich wundert das nicht. Schon lange ist diese Stadt ein Paradies für Vampire. Diese Stadt ist ein Fressen für korrupte Blutsauger. Warum sollten die Fledermäuse abstinent leben?

Früher hätte ich einem Fledermaus-Opfer geraten, zur Polizei zu gehen. Die Polizei hat Waffen, mit denen du nachts lautlose und unsichtbare Banditen erledigen kannst. Dann hat mir eine andere Dame erzählt, sie habe einen Freund bei der Polizei, er habe berichtet, die Stuttgarter Polizei sei bankrott. Sie könne sich kein Benzin mehr zum Streifefahren leisten. Auch die Kugeln für Schießübungen seien gestrichen worden.

Diese Geschichte war wahr. Mir hatte dasselbe zuvor schon ein anderer Polizist erzählt. Der Polizist der Dame berichtete ihr, wie Stuttgarter Polizisten beim bleifreien Schießen ihre Wumme anlegen. Sie rufen nicht mehr „Hände hoch!“, sie brüllen: „Peng-Peng“ . Das habe ich früher genauso gemacht. Da war ich kein Bulle. Da war ich Buffalo Bill.

Wenn du nachts mit deiner Wumme auf eine Fledermaus über dem Bett einer Dame anlegst und „Peng-Peng“ brüllst, interessiert das die Fledermaus einen Scheißdreck. Dein Nachbar wird im Bürgerhospital anrufen und Hilfe aus der Psychiatrischen holen. Der Polizist der Dame erzählte, es gebe Kollegen, die das Kommando „Peng-Peng“ inzwischen aus Gründen der Würde verweigerten. Das macht Hoffnung auf einen Bullenaufstand.

Es ist generell schwierig, Fledermäuse zu töten. Normalerweise sind dafür Eulen und andere Greifvögel zuständig. Ich kann aber nicht von jeder Dame erwarten, nachts einen Adler im Bett zu haben.



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