Bauers Depeschen


Montag, 11. März 2013, 1070. Depesche


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TAKTIK BWL-HANDBUCH

Wenn der FC Bayern mit zwanzig Punkten Vorsprung die Nase oben trägt und einem beim Blick auf den Liga-Schwanz die Füße einschlafen, dann kann man die Saison zu Grabe tragen – hört man die Leute sagen. Womöglich aber ist es im Fußballgeschäft heute gar nicht mehr so wichtig, wie ein nationaler Wettbewerb läuft. Dem informierten Fan muss die Frage, wer deutscher Meister wird und wer Zweitligist, schon lange banal erscheinen. Auch in Spanien hat der Spitzenreiter FC Barcelona reichlich Vorsprung, in England ist es bei Manchester United ähnlich, nur in Italien gibt es noch etwas Streit um den Titel.

Das ernst zu nehmende Publikum, das nicht aus gesellschaftlicher Event-Pflicht ins Stadion geht, lebt zum Glück nicht allein von Siegerpartys. Es nährt sich vom Geist, vom Klima seines Clubs. In Stuttgart allerdings ist diese Beziehung zurzeit heftig gestört. Wenn zu einem Europa-League-Spiel des VfB gegen Lazio Rom nur 28 000 Besucher kommen, liegt das nicht allein am Zustand von Europas Holzklasse. Dann reagiert der Fußball-Liebhaber auf die verlorenen Seele seines Clubs.

Ein Fußballverein ist kein Produkt, das sich mit Buchhalter- und Marketing-Phrasen vermarkten lässt. Deshalb war es nicht ungefährlich, die Stadien aus Geldgründen in Arenen umzutaufen. Der Etikettenschwindel ist spätestens spürbar, wenn in der Arena der Zirkusdirektor fehlt. Eine Figur, die das richtige Verhältnis von Kopf und Bauch im emotional komplizierten Unterhaltungsmetier Fußball kennt und verkörpert. Die „Raus“-Rufe in Richtung VfB-Präsidentals Straßenköter-Musik abzutun, wäre arrogant und dumm.

Der Stuttgarter Fußball hat eine schlechte Saison, er macht keine gute Werbung für seine Stadt. In der ersten Liga vermittelt der VfB das Bild eines ideenlos, eines technokratisch geführten Haufens, und zwei Ligen weiter unten spielen die Kickers gegen den Abstieg. Sie kassierten gerade ihre zweite 0:3-Niederlage in Folge. Auch in diesem Fall kommen keine Zeichen aus dem Chefbüro in Richtung Fanblock. Im Großen wie im Kleinen scheint man nicht zu begreifen, dass die Geheimnisse des Fußballspiels nicht mit dem BWL-Handbuch zu lösen sind.

Fußballfans bekämpfen diese Entwicklung im Zweifelsfall mit Stolz. Wird ihr Clubs auf und neben dem Platz laienhaft und ignorant inszeniert, inszenieren sich die Fans eben selbst. Diese Show ist gerade beim VfB zu beobachten.

Wie gesagt, der Fußball-Liebhaber kommt zur Not auch ohne den sportlichen Erfolg seines Clubs über die Runden. Er fühlt sich gut unterhalten beim Blick auf die Nebenschauplätze. Was muss bei in Hoffenheim für ein Geist herrschen, wenn die Fans im härtesten Abstiegskampf nichts Besseres zu tun haben, als ihrem abgestürzten Torhüter dämlich formulierte Häme-Transparente hinzuhalten? In diesem Klima kann hinten und vorne nichts stimmen, auch wenn es Gründe gibt, Tim Wiese eine einzuschenken. Diesem Pink-Panther, der zum Mondflug ansetzt, wenn der Menschheit ein kleiner Schritt auf der Torlinie genügte.

Leider haben seine – angeblich von Bier beseelten – Ausfälle rein gar nichts mit den Eskapaden jener Rebellen zu tun, die der Fan braucht und liebt. Überhaupt scheinen Reizfiguren auf dem Platz zu verschwinden, wenn ausrangierte Controller aus anderen Branchen das „Wirtschaftsunternehmen Fußball“ lenken. Aber auch das ist wurscht, weil man sich stellvertretend über die virtuosen Fußballkünstler aus Barcelona oder Dortmund freuen kann.

Hier schließt sich der Kreis. Der Fußball-Liebhaber findet immer Unterhaltungsstoff. Ein Hundert-Punkte-Vorsprung der Bayern wird ihm das Spiel so wenig vermiesen wie das Kassenwart-Getue des VfB oder das anonyme Gewurschtel der Kickers.



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