Bauers Depeschen


Mittwoch, 04. Januar 2012, 843. Depesche



HIER geht es zu den STN-KOLUMNEN - die aktuelle von diesem Donnerstag, "Renitente Omas", steht inzwischen StN online.



NACHTRAG: ALLES ÜBER WULFF

Wann begreifen die Leute, dass der Herr Bundespräsident zu einem großen Skandal gar nicht fähig ist? Er ist, in jeder Hinsicht, Teil des Hannoveraner Schmuddelmilieus. Ende.



FLANEURSALON IM SCHLESINGER

Unser Abend am 21. Januar im Markt am Vogelsang (Bauernmarkthalle) ist bereits ausverkauft. Der nächste Flaneursalon findet am Dienstag, 28. Februar (20 Uhr), im SCHLESINGER statt - mit Stefan Hiss, Dacia Bridges, Tobias Borke. Schöne Kneipen-Atmosphäre. Karten gibt es im Lokal (07 11 / 29 65 15).



SOUNDTRACK DES TAGES



GASTBEITRAG (II)

Der Stuttgarter "lift"-Chefredakteur INGMAR VOLKMANN treibt sich zurzeit in Kalifornien herum. Aus Los Angeles erreicht uns seine Depesche:



CORNEFLAKES MIT VODKA

Gegen das Hotel Ramada in St. Barbara wirkt jedes Best Western wie ein Palast aus 1001er Nacht. Die Crew bewirbt sich um das lausigste Frühstück der Westküste. Lausiger Kaffee, lausiger Toast und ein Frühstücksraum von der Größe eines amerikanischen Kleinwagens. Natürlich ist jeder Platz belegt. Der einzig vernünftige Mensch weit und breit ist die mexikanische Bedienung. Sie schließt uns den Meetingroom auf, in dem normalerweise kalifornischen Rentnern Heizdecken angedreht werden. Ein herrlicher Rahmen, um den ersten Weihnachtsfeiertag zu begehen. Dolores zeigt auf den Vorhang, ja, a little Sunshine wäre dringend angebracht, sie stimmt mit einem Lächeln zu, ich nehme allen Mut zusammen und lasse sogar etwas Pazifikbrise in den Raum hinein. Der Muff hat aber wie immer den längeren Atem.

"Now where are you guys from?". So oder so ähnlich beginnen alle Gespräche an der Westküste. Liegt Poesie in der Luft, beginnt der Dialog mit "Where is home for you?" Für Poesie war an diesem Tag keine Bestellung aufgegeben worden, das Gespräch wurde dennoch besser als erhofft. Am Ende würde sich das Pärchen als Peter und Aimee vorstellen und mehr brauchbare Tipps zum Big Sur abgegeben haben, als der müde Reiseführer zu bieten hat. Peter würde uns zugeflüstert haben, dass er in Deutschland Braunschweig und Wolfsburg kenne, weil er dort eine Freundin habe. Amiee sei aber seine Frau und ohnehin gerade bei den Cornflakes am Buffet und müsse das nicht allzu genau wissen.

Amiee wiederum tauchte erst nach einer Weile auf, zuerst erweckte sie den Anschein, dass ihr Smalltalk voll am Arsch vorbeigehe. Erfrischend für eine wunderschöne Amerikanerin mit langen, blonden Haaren, die unter Filmfreunden mit besonderen Vorlieben eindeutig als waschechte MILF durchginge (Anmerkung des Homepage-Schriftführers: MILF bedeutet "Mom I’d Like to Fuck"). Sie klang, als hätte sie am Weihnachtsmorgen wie immer ihre Cornflakes mit Vodka runtergespült. Schließlich hatte ich schon einen leichten Schlaganfall diagnostiziert, bis ich kapierte. Diese Frau war einfach nur exzentrisch.

Sie dozierte über Citizen Kane, erzählte vom intellectual bullshit, den die intellectual Beat Poets in den hot tubs in Big Sur von sich geben mussten, und das alles in einem leiernden Ton, um den sie jeder Leierkastenmann beneiden würde.

Erst als wir sie auf ihre Heimat LA ansprechen wollten, wurde Aimee still. Peter auch. Skip that Part, dont go there, versuchte Peter zu witzeln, um eine Weile nachzudenken. Ich meine: Moment, Disney Land ist Fun, wirklich. Wir starrten ihn ungläubig an. Seine Haare waren noch vom Schlaf gezeichnet. Am Hinterkopf versuchte ein ganzes Büschel auf Hippie und 60-er und freie Liebe zu machen.

So viel Unschuld war in diesem Moment im Meetingroom des Ramada aber fehl am Platz. Wir alle starrten Aimee an, die etwas sagen wollte, und ihre Worte durchtrennten die Stille mit einem einzigen Hieb. Bullshit, Peter, zischte sie, auf einmal gar nicht mehr lallend. Disneyland sucks.

Es sollten noch wunderschöne Feiertage werden.



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