Bauers Depeschen


Montag, 07. November 2011, 812. Depesche



GANZ OBEN: Stuttgarter Kickers vs FC Nürnberg II 3:0



DAS LEBEN ...

... in einer Zeile: Ja zum Aufstieg. Ja zum Ausstieg.



S 21: NEUES VOM DUNKELMANN

Den einen lagert man in Brasilien zwischen, sein gesetzesbrecherischer EnBW-Deal kam trotzdem ans Licht. Den anderen hat man nach Brüssel abgeschoben - jetzt, vor der sogenannten Voksabstimmung, werden seine S-21-Lügen aufgedeckt: DER SPIEGEL - Willkommen in der Stuttgarter Unterwelt.



FLANEURSALON IM MAULWURF

Nach dem ausverkauften Abend in der Andreaskirche zu Obertürkheim darf ich noch einen Zusatztermin ankündigen: Am Sonntag, 20. November, machen wir eine kleine Matinee in der Vaihinger Kneipe Maulwurf. Mit Zam Helga, Anja Binder & Jens-Peter Abele. Beginn ist zur Weißwurstzeit, 11 Uhr. Reservierungen: 07 11 / 6 73 24 06. - Am Montag, 14. November, sind wir beim Lese-Festival "LiteraTour" im Backnanger Bürgerhaus - mit Los Santos (Stefan Hiss), Dacia Bridges und Roland Baisch. Beginn 19 Uhr. Karten an der Abendkasse.



SOUNDTRACK DES TAGES



LESERSALON



Die aktuelle StN-Fußballkolumne:



GEH IN DICH!

Weil Fußball eine komplizierte Sache ist, die ich oft nicht verstehe, habe ich mir im Lauf des Lebens Krücken zugelegt. Krücken verhindern zwar nicht, dass man bei der Beschäftigung mit Fußball regelmäßig auf den Kopf oder gar auf die Fresse fällt. Mit der Zeit aber dienen sie einem bei der Orientierung wie Eckfahnen im Spiel.

Bevor Sie mir jetzt eine Mail schicken mit der Diagnose, meine Fallsucht habe wohl einen Dachschaden verursacht, empfehle ich Ihnen, sich an den Schiedsrichtern abzureagieren. Seit man weiß, dass internationale Schiedsrichter des Steuerbetrugs verdächtigt werden, gelten die weltweiten Raubzüge der Banker oder ein 55,5 Milliarden schwerer Rechenfehler der Hypo Real Estate eher als Kavaliersdelikte. Womöglich würde man sogar im Steuerskandal der Schiris ein Auge zudrücken. Schließlich ist Fiskusbescheißen menschlich wie Irren. Betrachtet man allerdings die Schiedsrichter-Vergehen des zwölften Spieltags in der deutschen Bundesliga, scheinen die wahren Verbrecher dieser Welt festzustehen.

Damit wechsle ich ins seriöse Fach und komme auf meine beste Krücke zurück. Wie immer, wenn ich den Fußballsport nicht verstehe (also oft), blättere ich in den Texten des großen argentinischen Spielers, Managers und Poeten Jorge Valdano. Der Mann hat zuletzt als Sportdirektor von Real Madrid den Machtkampf gegen den Trainer José Mourinho („Gleich nach Gott komme ich“) verloren; unter anderem hatte er Mourinhos ständige Attacken auf die Schiedsrichter als stillos kritisiert. Jorge Valdano schreibt in seinem Essay „Fußball und Bildung“: „Es kann passieren, dass der vernünftige Denker mitten in der Gesellschaftsanalyse große Lust bekommt, den Schiedsrichter zu beleidigen; das wäre eine gute Gelegenheit, sich selbst kennenzulernen. Wenn man sich überhaupt traut, in sich hineinzusehen.“

Warum das In-sich-Hineinsehen extrem anstrengend ist, haben uns schon die schwäbischen Komiker Willy Reichert und Oscar Heiler als Häberle und Pfleiderer vorgeführt. Häberle: „Geh in dich.“ – Pfleiderer: „Des isch mir z’weit.“

Diesen Dialog versteht man erst richtig, wenn man sich den Satz des Schiris Winkmann nach seiner Gelb-Roten Karte gegen den mexikanischen VfB-Spieler Maza in Mainz antut: „Maza kommt auf mich zu und streckt mir den Kopf entgegen. Das ist unappetitlich und respektlos.“

Wären wir in der Lage, in uns hineinzuhören, könnten wir öfter mal unseren Schweinehund vernehmen, wie er gerade Berührungsängste, Vorurteile und Hetze gegenüber Mitmenschen hinausbellt. Dieser innere Schweinehund klänge so ähnlich wie Winkmann, wobei man diesen Herrn noch weniger versteht als sich selbst. Einen entgegengestreckten Spielerkopf als „unappetitlich“ und „respektlos“ zu werten, deutet auf ein gestörtes Verhältnis nicht nur zum Fußballsport hin, und damit ist über die rätselhafte Psyche des Schiedsrichters noch gar nichts gesagt.

Andererseits sollte man beim Fußball nicht den Fehler machen, die Häufung von Betrugsdelikten und Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern als „Trend“ zu sehen. Der Fußball durchleidet immer wieder Phasen, schwarze Serien mit schwarzen Schafherden, wie etwa auf dem weiten Feld der Fan-Ausschreitungen. Auch hier gilt eine Satz von Valdano, den ich so lange zitieren werde, bis die Stuttgarter Kickers in der Zweiten Liga spielen: „Man spielt so, wie man lebt, wir sind so, wie wir spielen, und der Fußball ist ein Spiel, das wir uns ausgesucht haben.“ Eben.

Die schlimmsten Spieler des großen Spiels sind nicht die Fußballschiedsrichter.



DIE STN-KOLUMNEN



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THE INTELLIGENCE

EDITION TIAMAT BERLIN

Bittermanns Fußball-Kolumne Blutgrätsche

VINCENT KLINK

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UNSERE STADT

KESSEL.TV

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