Bauers Depeschen


Montag, 28. Januar 2008, 110. Depesche

Bei den Amerikanern gilt es als die größte Beleidigung, "Hesse" statt "Arschloch" genannt zu werden - das hat mit den Söldern zur Unterstützung der englischen Truppen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu tun.

Damit ist das Thema Wahlen abgehakt.

Montags sollte eine neue Depesche auf der Depeschenseite stehen, alte Depeschen stehen herum, als hätten Banditen den Zug überfallen und die Telegrafenleitung zerstört.

Neuerdings stelle ich jede neue Depesche um Mitternacht ins Netz, es muss eine gewisse Ordnung geben im Leben, nach Mitternacht beginnt die Unordnung. Nach Mitternacht funktioniert das Denken anders als vor Mitternacht. Dann kommen die Gedanken, die dem Tageslicht nicht standhalten (Raymond Chandler).

Nachts hält man manchen Gedanken für großartig, wie man im Suff manchen Gedanken für großartig hält und im Katerzustand sofort verwirft, um den Peinlichkeitsfluss zu stoppen.

Mirjam mit jott hat schriftlich moniert, die Depeschen hätten zuletzt den Charakter von Leseproben gehabt, würden also nicht aus dem Tagebuch eines Tagediebs stammen (die Computerei ist eine Art Tagedieberei).



Es gibt auf meiner Homepage tatsächlich die Rubrik "Leseproben", sie wurde eingerichtet, bevor es die Depeschen gab. Als Leseproben waren Texte gedacht, die in den Flaneursalon-Abenden eine Rolle spielen. Mittlerweile ist die Leseproben-Abteilung ein Buchstabenfriedhof geworden, das ist wahr, ich muss überlegen, ob man diese Ablage überhaupt noch braucht – und wenn ja, wozu (für Tipps bin ich dankbar).

Mirjam mit jott hat gesagt, lange Texte gehörten in die Abteilung Leseproben. Das kann man sehen, wie man will. Der relativ lange Text der Rede, die ich vor einem Jahr zur Eröffnung von Lutz Schelhorns experimenteller Foto-Ausstellung „Die Chemie der Erinnerung“ über die Juden-Deporatation am Stuttgarter Nordbahnhof gehalten habe (siehe Depesche vom 21. Januar), ist spontan auf die Depeschenseite gerutscht. Mir ist eingefallen, dass die Schau noch das ganze Jahre zu sehen ist, und da die Rede ohnehin nie irgendwo erwähnt wurde, habe ich sie aus dem Archiv gezogen. Auslöser war ein "Stern"-Bericht über die Hells Angels. Da Lutz Präsident der Stuttgarter Hells Angels ist und die Erwähnung seiner Fotoarbeiten im "Stern" nur für Eingeweihte verständlich war, wollte ich im kleinen Kreis etwas nachhelfen. Und so falsch war das nicht: Jetzt kann man alles über die Ausstellung auch im Internet-Magazin Glanz@Elend finden, Bilder inklusive: www.glanzundelend.de.

Es gibt Tage, da ich keine Zeit habe, Depeschen zu schreiben. Dann, denke ich, ist es besser, ich stelle eine Geschichte ins Netz, die schon mal in den StN als Kolumne zu lesen war, schließlich kennt die keiner auswendig. Manchmal kann ich mich selbst nicht mehr erinnern, dass ich sie geschrieben habe. Und dann kommt die Depeschenseite nicht daher, als hätte ein Eisenbahnbandit den Telegrafenmasten umgehauen. So, das war ein Bericht zum Thema "Ein Mann schmort im eigenen Saft".

Ansonsten läuft alles wie gehabt. Samstag und Sonntag gelaufen, im Schlossgarten und im Wald. Außerdem geschwommen, in der Sauna saftig geschmort. Ich bin froh, dass ich die Abstinenzler-Disziplin aufrecht erhalte –mein schlaffer linker Ringfinger (Sehne gerissen) hindert mich zwar am Torwarttraining, habe mit Coach Peter Schwemmle aber sofort auf Feldspielertraining umgestellt. Kurze Direktpässe – "das Bein vor der Ballberührung schön nach hinten schwingen", sagt der Trainer.

Der Auftritt von Helge Schneider in der Liederhalle war eine große Freude. Gott sei Dank gibt es einen Komiker, der über das komplette Comedy-Pack hinwegimprovisiert, als würde Jesus übers Wasser gehen, und trotzdem den ganzen verdammten deutschen Komödienstadel erreicht. Der letzte Volksheld, keine Frage.

Anderntags den "Fliegenden Holländer" in der Staatsoper besucht – kein einziges bleibendes, gut strukturiertes Bild auf der Bühne zu entdecken. Altbackenes "Skandalregisseur"-Getöse. Bloody Bullshit.

So, gleich wird sich Mirjam mit jott wieder über die Eigenwerbung beschweren und mich auf den Leseprobenfriedhof wünschen:

Am Dienstag, 19. Februar, ist der Flaneursalon in der Rosenau. Jetzt Karten kaufen – sonst hole ich die Hessen. „Kontakt



P. S: Ich empfehle, einen Blick auf die Seite meines alten Freundes Stefan, Frankfurt/Hessen, zu werfen, sein Beitrag zur allgemeinen Kontigentierung von Wörtern angesichts der Internetverstopfung ist große Klasse. www.geyst.twoday.net




Permalink zu dieser Depesche: www.flaneursalon.de/de/depeschen.php?sel=20080128
 

 

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