Die Lieder- und Geschichtenshow
Stuttgarts einziger Stadtreport live!
Seit 1998 sein erstes Buch „Stuttgart – my Cleverly Hills“ erschienen ist, tourt Joe Bauer, Kolumnist der „Stuttgarter Nachrichten“, mit seiner Leseshow durch die Stadt. Joe Bauers „Flaneursalon“ gastierte u. a. im Stuttgarter Literaturhaus, im Friedrichsbau-Varieté, in verschiedenen Kinos und Kneipen, vielfach in der Rosenau, im Theater Rampe und bei Open-Air-Festivals. Die Show hat einen schnellen Rhythmus. Texte und Songs gehen ineinander über, sind thematisch aufeinander abgestimmt. Und irgendwo klacken im Hintergrund immer die Absätze von Cowboystiefeln, so klingt Rock’n’Roll.
Joe Bauer, professioneller Stadtstrolch und Spaziergänger, „der immer ein bisschen wie ein Westernheld klingt“ (so die „Stuttgarter Zeitung“), veröffentlichte mehrere Bücher und Kurzgeschichten. Er liest mit tief gelegter Stimme so gewitzte Glossen wie melancholische Stadt-Geschichten. In seinen Programmen wechselt er nicht nur ständig die Texte, sondern gelegentlich auch die Besetzung. Das Publikum kennt den „Flaneursalon“ vor allem mit den Musikern Stefan Hiss und Ralf Groher als Los Gigantes. Der Akkodeon-Virtuose und Sänger Hiss, auch Chef der gleichnamigen Rock’n’Polka-Band, tourte mit seinem Duo- Partner, dem Trompeter und Sänger Ralf Groher mehrfach durch Mexiko. Sie singen deutsch, englisch und spanisch und haben mehrere CDs eingespielt.
Zwischendurch tritt Joe Bauer auch mit dem Tänzer und Singer/Songwriter Eric Gauthier auf. Der Kanadier Gauthier arbeitet als Solist am Stuttgarter Ballett, ist seinen Fans aber auch als Rockmusiker bekannt. 2006 hat er seine zweite CD veröffentlicht.
Ständiger Gast im „Flaneursalon“ ist Michael Gaedt. Vor dem singenden und moderierenden Entertainer von der Kleinen Tierschau ist das Publikum nie ganz sicher.
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Zielgenaue Schüsse mit Schalldämpfer oder Warum Joe Bauer im Kolumnistenkabuff so gut aufgehoben ist
Ein Porträt von Vincent Klink
Es dürfte in der Weinstube Fröhlich gewesen sein. Am Tresen hing ein Typ, von dem ich nur ungefähr wußte, was er trieb. En face mit ihm kam mir die Erinnerung an Charles Bukowski und sein Büchlein: Aufzeichnungen eines Außenseiters, "Notes of a dirty old man".
Nun ist Joe alles andere als dirty, und schon gar nicht alt: Zuzutrauen wäre ihm allerdings, daß er sich wie der amerikanische Sixpack-Dichter als Schnorrer bezeichnen könnte und dann in einem Nebensätzlein die weitere Deutung streute, daß er ein paar Stories auf Lager hätte - in der Tat, wie ich später feststellte, er hatte. Die Zusammenkünfte mit ihm wurden zahlreicher, und es festigte sich bei mir der Eindruck, Joe habe seinen Namen nicht von ungefähr, weshalb ich ihn mit drei Buchstaben bevorzuge.
Mir vermittelte er als Schreiber immer mehr die Impression eines scharf fokussierenden Revolverhelden, das feine Pfötchen nervös spielend am Abzug. Er schoß, damals wie heute, mit gedämpftem Ton, sozusagen mit Schalldämpfer, und sehr gelangweilten Äuglein. Leiser Flug der Kugel reicht völlig, wenn man zentral trifft. Ich erlebte mit ihm oft die Highnoon-Szene, als er wie Gary Cooper inmitten seines Duells fast einschlief, um dann um so feiner zu feuern. Sonst eher schweigsam, kam es immer wieder zu Wortgefechten. Wehe er traf nicht, dann geriet seine Rede zu gnadenlosem Stakkato. Da blieb ihm oft nur das Crescendo sortenreiner Flüche.
Doch zurück zum Tresen. Er wußte genau, wer ich war. Das genügte, um mir sehr cool den Schwäbischen Gruß anzubieten. Mehr noch, er wiederholte ihn sogleich. Da wußte ich wiederum, der "Lonely Cowboy" stammt, wie ich, von der Ostalb, wo man vorsichtshalber alles zweimal sagt, damit's auch wirklich jeder kapiert. In der Nähe eines Ostalbgipfels namens Himmelreich (sic!), von dessen Fuß sich die Gänseblümchen nach Mögglingen hinab verlieren, wurde er am 14. Juni 1954 geboren. Dort gibt es seit jeher zwei Saloons, drei Verkehrsampeln und, immerhin, eine Brauerei. Mittenlängs wird der Flecken von der B29 tranchiert, der Postkutschenroute, die nach Aussage des örtlichen Sheriffs so manches Unheil von Stuttgart heranbringt. Es geht aber auch umgekehrt, sie führt auch talwärts zur Landeshauptstadt.
Nachdem Joe im nachbarlichen Heubach im Fußballtor stand und jede Menge dreckiger Bälle abfing, viel entgegennehmen mußte und nicht austeilen konnte, kam ihm die Idee, sich im Schreiben zu versuchen. Zeitgleich flog er von der Schule, weil er partout nicht einsehen wollte, daß A-Quadrat mal B-Quadrat zum Wissen eines aufstrebenden Zentraleuropäers zu gehören habe. Der Stinkefinger war damals noch nicht erfunden, so rückte er grußlos ab, der Hauptstadt eine Parzelle näher ans Fell. Er begann ein Volontariat bei der "Remszeitung" in Schwäbisch Nazareth, der rabenschwarzen alten Reichsstadt, wo man sich, bis heute mit Recht, auf die Hohenstaufen und auf Federico Secondo beruft und zwischendurch auch schon mal Wolfgang Schuster als OB beschäftigte.
Klein-Joe wurde notgedrungen renitent. Er war reif für Stuttgart. Gerade etwas über zwanzig Jahre alt, setzte er sich zwischen alle Stühle in die unterste Etage des Presseturms. Schrieb und schrieb, lieferte alles andere als moderate Zeilen und stählte sich an den Anschissen seiner Vorgesetzten. Joe schrieb trotzdem weiter - und fühlte sich in Stuttgart immer ein Quentchen unwohl und pflegte so bis heute den Adrenalinspiegel, der ihm die Phantasie befeuert.
Und nachdem man ihn endlich aus dem Alltagsgeschäft entfernt und ihm das Kolumnistenkabuff zugewiesen hat, sprech' ich aus, was viele denken: Jetzt hockt er dort, wo er hingehört. Das bedeutet, daß es ihn kaum auf dem Stuhl hält und er oft ruhelos durchs Städtle zieht, das Ohr ans Volk legt, um die Befindlichkeiten der Einwohner in seine journalistische Botanisiertrommel zu zupfen.
So geistert er als fleischgewordene Entrüstung durch die Stadt, die er offensichtlich doch sehr liebt, sonst könnte er deren Puls nicht so heiß und treffend zu Papier bringen.
Der Verfasser Vincent Klink, als Meisterkoch einem großen Fernsehpublikum bekannt, leitet das Stuttgarter Restaurant Wielandshöhe und arbeitet als viel gefragter Autor.
© 1998 Stuttgarter Nachrichten
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Stefan Hiss
Stefan Hiss, seit vielen Jahren Berufsmusiker, ist stimmgewaltiger Sänger, virtuoser Akkordeonspieler und genial-gewitzter Songschreiber der Rock’n’Polka-Band Hiss. Mit dieser Gruppe tourt er durch Deutschland und veröffentlicht regelmäßig CDs mit deutschen Texten. Seine ironischen, sarkastischen Songs über die Sehnsucht und die Liebe, über die Hoffnung und den Tod wurden mehrfach ausgezeichnet. Neben seiner Band Hiss spielt er zusammen mit dem Sänger und Trompeter Ralf Groher bei Los Gigantes.
Ralf Groher
Ralf Groher, wie Stefan Hiss von mexikanischer Musik beeinflusst, begann zunächst als Songschreiber mit deutschen Texten. Er ist Frontmann – Sänger und Trompeter – der Kronzeugen, einer Band mit so lakonischen wie melanchlischen Songs. Außerdem spielt er mit Stefan Hiss bei Los Gigantes – mal im Duo, mal in größerer Besetzung. Ralf Groher ist daneben Chef des Stuttgarter Lokals Bar in der Augustenstraße, der besten Cocktailbar der Stadt. Dort gibt es jeden Sonntag Live-Musik, gelegentlich mit dem Chef auf der Bühne.
Michael Gaedt
Michael Gaedt gründete vor 25 Jahren mit Ernst Mantel und Michael Schulig das Comedy-Trio Die Kleine Tierschau. Diese Band brachte es zu Ruhm und Ansehen von Berlin bis New York. Oft wird der Comedy-Star als Moderator und Entertainer für Galas und Shows engagiert, er arbeitete viel fürs Fernsehen und schreibt und singt eigene Songs.
Eric Gauthier
Eric Gauthier, im Hauptberuf Balletttänzer, kam mit dem Stuttgarter Companie-Chef Reid Anderson von Kanada nach Stuttgart. Hier avancierte er nicht nur rasch zum Publikumsliebling auf der Bühne des Opernhauses, er überraschte seine Fans auch mit eigenen Gitarrensongs. Als Sänger tourt er mit seiner eigenen Band und tritt mit seinem Gitarristen Jens Abele auch im Duo auf. Veröffentlichte bisher zwei CDs.
Roland Baisch
Roland Baisch und Joe Bauer kennen sich seit über einem Vierteljahrhundert. Baisch gründete mehrere Comedy-Bands, darunter die Shy Guys. Er arbeitet regelmäßig fürs Fernsehen, war einer der Stars der „Comedy-Factory“ auf Pro 7 und wird heute in dem Zwei-Personen-Stück „Männerabend“ im Stuttgarter Theaterhaus gefeiert. Mit seinem Count Baischy Orchester präsentiert er regelmäßig seine Swing-Show. Ein erstklassiger Entertainer, der seine Lektionen von Frank Sinatra und Dean Martin gelernt hat, und regelmäßig mit der Johnny-Cash-Tribute-Show tourt.
Weitere Gäste
im Flaneursalon waren bisher u. a. Udo Schöbel & Cleaning Women, Vincent Klink, Ralf Schübel, Wiglaf Droste, Arnulf Rating, Philipp Feldtkeller, Hubert Stytz, Myriam Pleva & Georg Dietl
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www.joebauer.de ist eine Veröffentlichung von
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70193 Stuttgart |
| E-Mail: | flaneursalon@joebauer.de |
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